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Brustkrebs

Immuncheckpoint-Inhibitoren Atezolizumab und Pembrolizumab zeigen Wirkung bei triple-negativem Brustkrebs

Original Titel:
Atezolizumab and pembrolizumab in triple-negative breast cancer: a meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Meta-Analyse zur Wirksamkeit und Sicherheit von Atezolizumab und Pembrolizumab
  • Objektive Ansprechrate bei adjuvanter Behandlung mit Atezolizumab oder Pembrolizumab mit Chemotherapie höher als in den Kontrollgruppen
  • Neoadjuvante Behandlung mit den Medikamenten zeigte im Vergleich zu Kontrollgruppen eine höhere pathologische Ansprechrate

 

DGP – In einer Metaanalyse wurden neue Medikamente für die Behandlung von triple-negativem Brustkrebs untersucht. Diese schwer zu behandelnde Art des Brustkrebses ist häufig mit einer schlechten Prognose assoziiert. Doch die Medikamente Atezolizumab und Pembrolizumab könnten neue Behandlungsoptionen darstellen. Die Analyse zeigte höhere Effektivität der Medikamente in Verbindung mit Chemotherapie als die Behandlung mit Chemotherapie allein.


Triple-negativer Brustkrebs gilt als aggressiv und ist schwer zu behandeln, weshalb die Krankheit häufig mit einer schlechten Prognose assoziiert ist. Ursache hierfür ist, dass ein Ansatzpunkt für spezifische Medikamente fehlt. Dem Tumor fehlen bestimmte Rezeptoren auf der Oberfläche, die für eine zielgerichtete Therapie genutzt werden können.

Immuncheckpoint-Inhibitoren für die Behandlung von triple-negativem Brustkrebs

Die Signalwege des Immunsystems regulieren die Stärke einer Immunantwort. Dabei gibt es auch Signalwege, die eine Hemmung des Immunsystems zur Folge haben. Diese können von Krebserkrankungen ausgenutzt werden: Tumore entgehen so einer Erkennung durch das Immunsystem. Um dies zu verhindern, wurden Immuncheckpoint-Inhibitoren entwickelt, die eine Hemmung des Immunsystems über die entsprechenden Signalwege verhindern. Dabei kann es sich z.B. um Antikörper wie Atezolizumab oder Pembrolizumab handeln. Diese binden an Proteine auf der Tumoroberfläche, die ansonsten eine Erkennung durch körpereigene Immunzellen verhindern.

In einer Meta-Analyse haben Wissenschaftler die Wirkung von Atezolizumab und Pembrolizumab in Verbindung mit einer Chemotherapie untersucht. Hierfür wurden sechs klinische Studien mit insgesamt 3 612 Patienten inkludiert. Für den Vergleich zwischen der Behandlung mit den Immuncheckpoint-Inhibitoren und den Kontrollgruppen wurde das Chancenverhältnis (Odds Ratio, OR) gebildet.

Antikörper Atezolizumab und Pembrolizumab zeigen Wirkung in Verbindung mit Chemotherapie

Die Analyse zeigte bei einer adjuvanten Behandlung mit Atezolizumab oder Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie eine höhere objektive Ansprechrate (OR: 1,26; p = 0,04) als bei der Behandlung mit Chemotherapie allein. Bei einer neoadjuvanten Behandlung war die pathologische Ansprechrate höher als bei den Kontrollgruppen (OR: 1,62; p = 0,001). Bezüglich des progressionsfreien Überlebens wurde eine positive Effektstärke bei der Behandlung mit den Medikamenten festgestellt (d = 1,55; p < 0,001). Gleiches wurde bei der Behandlung mit Atezolizumab bezüglich des Gesamtüberlebens festgestellt (d = 0,52; p < 0,001).

Die Autoren schlussfolgerten, dass die Behandlung mit Atezolizumab oder Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie signifikant effektiver sei als die Behandlung mit Chemotherapie allein und somit eine mögliche Behandlungsstrategie bei triple-negativem Brustkrebs darstelle.

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