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Leukämie

Antikörper gegen Krebsoberfläche plus Hemmstoff für den Krebszell-Stoffwechsel für die kombinierte Behandlung der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL)

Original Titel:
CLL2-BIG: sequential treatment with bendamustine, ibrutinib and obinutuzumab (GA101) in chronic lymphocytic leukemia.

DGP – Die beiden zielgerichteten Wirkstoffe Obinutuzumab und Ibrutinib zeigten sich in vorklinischen Tests und dem gesamten Sicherheitsprofil vielversprechend zur kombinierten Behandlung chronisch lymphatischer Leukämie (CLL). Ob diese Kombination aber auch in der klinischen Praxis mit Patienten sinnvoll und erfolgreich umsetzbar ist, untersuchte nun eine Studie. Die Autoren dieses Berichts schließen aus den Ergebnissen der Induktionsphase, dass Obinutuzumab und Ibrutinib gemeinsam sicher und hocheffektiv zur kombinierten Behandlung der CLL eingesetzt werden können.


Die zielgerichteten Wirkstoffe Obinutuzumab und Ibrutinib haben beide bereits einzeln sehr gute Wirksamkeit bei der Behandlung chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) gezeigt. Obinutuzumab ist ein sogenannter Anti-CD20-Antikörper, der einen bei CLL-Krebszellen häufigen Oberflächenmarker angreift. Ibrutinib zählt dagegen zu den Tyrosinkinase-Hemmern. Diese hemmen ein spezielles Eiweiß und stören so die Vermehrung der erkrankten Zellen. Kombiniert zeigten sich die beiden Wirkstoffe in vorklinischen Tests und dem Sicherheitsprofil vielversprechend. Ob eine kombinierte Behandlung aber auch in der klinischen Praxis mit Patienten sinnvoll und erfolgreich umsetzbar ist, untersuchte nun eine Studie.

Antikörper gegen Krebsoberfläche plus Hemmstoff für den Krebszell-Stoffwechsel: Gemeinsam besser gegen CLL?

Dazu wurden Patienten zuerst mit zwei Zyklen mit Bendamustin chemotherapeutisch behandelt, wenn eine hohe Tumorlast vorlag. Anschließend wurden sechs Zyklen einer Induktionstherapie mit Ibrutinib und Obinutuzumab durchgeführt. Abhängig vom Erreichen einer minimalen Menge von Krankheitsanzeichen (minimal residual disease, MRD) folgte eine Erhaltungstherapiephase. In diesem Bericht wurden nun die Ergebnisse nach der Induktionsphase zusammengefasst.

61 Patienten mit CLL nahmen an der Studie teil. Davon waren 30 vorher unbehandelt gewesen, 31 hatten bereits einen Rückfall erlitten oder ihre Erkrankung hatte auf die vorherige Behandlung nicht angesprochen. 44 Patienten mit zu hoher Tumorlast erhielten zuerst Bendamustin. Während der Induktionsphase waren als häufigste schwere unerwünschte Effekte (Grad 3 oder 4) der Behandlung Neutropenie (14,8 % der Patienten) und Thrombozytopenie (Blutplättchenmangel, 13,1 % der Patienten) zu verzeichnen. Ein Patient verstarb aufgrund einer Entzündung des Zwölffingerdarms. Dem gegenüber stand eine Ansprechrate von 100 %. 54,1 % der Patienten erreichten eine partielle Remission, 41 % eine klinisch komplette Remission, also Symptomfreiheit. Dies wurde, dem Protokoll entsprechend, allerding nicht mit CT-Scan oder einer Knochenmarksbiopsie bestätigt. Bei weiteren 4,9 % der Patienten mit Knochenmarksbiopsie wurde eine klinisch komplette Remission, aber mit nicht kompletter Erholung des Knochenmarks festgestellt. 29 Patienten (47,5 %) hatten nach Ende der Induktionsphase keine nachweisbare Krankheitsaktivität. Die Zahl der Blutkrebszellen im Blut war also unterhalb der Nachweisgrenze.

Alle Patienten zeigten deutliche Besserung (Ansprechen), die meisten erreichten Symptomfreiheit (Remission)

Die Autoren dieses Berichts schließen daraus, dass die kombinierte Behandlung mit zwei zielgerichteten Wirkstoffen, hier Obinutuzumab und Ibrutinib, sicher und hocheffektiv zur kombinierten Behandlung der chronisch lymphatischen Leukämie eingesetzt werden kann.

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