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Depression
Endoxifen bei Bipolarer Störung: Eventuell Chance gegen Manie
Original Titel:
Efficacy and safety of endoxifen in bipolar disorder: A systematic review
- Endoxifen – Chance bei manischen Phasen?
- Proteinkinase-C-Hemmer und selektiver Östrogenrezeptormodulator
- Systematischer Review: 7 Fallberichte, 2 klinische, 1 Beobachtungsstudie
- Hinweise auf Besserung manischer Symptome
- Signifikanter Lipidspiegel-Anstieg innerhalb von 3 Wochen
- Vermutlich sicher und verträglich, aber sehr unklare Datenlage
DGP – Die Datenlage zum Brustkrebswirkstoff Endoxifen zur Behandlung der Bipolaren Störung ist derzeit noch ungenügend, so das Fazit eines systematischen Reviews. Es gibt jedoch Hinweise auf kurzfristige Wirksamkeit zu Linderung manischer Episoden.
Endoxifen wird in der Brustkrebsbehandlung eingesetzt. Der Wirkstoff ist ein Proteinkinase-C-Hemmer und selektiver Östrogenrezeptormodulator und ein Stoffwechselprodukt des besser bekannten Brustkrebswirkstoffs Tamoxifen. In wissenschaftlichen Studien wurde eine mögliche Rolle für Endoxifen bei der Behandlung manischer Episoden bei der Bipolaren Störung festgestellt. Der vorliegende systematische Review untersuchte nun die bisherige Evidenz zu Endoxifen zum Einsatz bei der Bipolaren Störung.
Endoxifen – Chance bei manischen Phasen?
Der systematische Review ermittelte Studien aus den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken Medline, Embase und Web of Science. Die Analyse erfasste Aspekte wie Dosierung, Behandlungdauer, klinische Effekte und das Sicherheitsprofil der Behandlung.
Systematischer Review über 7 Fallberichte und 3 weitere Studien
Die abschließende Analyse umfasste 7 Fallberichte, darunter zwei Konferenzbeiträge, 2 klinische Studien sowie 1 prospektive Beobachtungsstudie. In den meisten Studien wurde Endoxifen in einer Dosierung von 8 mg eingesetzt und eine Verbesserung manischer Symptome berichtet. Mehrere Fallberichte beschrieben Patienten mit begleitendem Drogenmissbrauch. Die meisten Patienten erhielten Stimmungsstabilisatoren. Die klinischen Studien setzten Divalproex als aktive Kontrollbehandlung ein, allerdings in einer subtherapeutischen Dosierung von 1 000 mg. Die Autoren des Reviews berichteten darüber hinaus, dass sie verschiedene methodische Mängel in den betrachteten Studien feststellten.
Es kam nicht zu schweren unerwünschten Ereignissen. In einer klinischen Studie wurde jedoch ein signifikanter Anstieg des Lipidprofils innerhalb von 3 Wochen in der Endoxifen-Gruppe berichtet. Es lagen kaum Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Endoxifen in gemischten Episoden, depressiven Episoden und in der Erhaltungstherapie vor.
Vermutlich sicher und verträglich, aber sehr unklare Datenlage
Die Autoren schließen, dass die Datenlage zu Endoxifen zur Behandlung manischer Symtpome bei der Bipolaren Störung derzeit noch ungenügend ist. Es gibt Hinweise auf kurzfristige Wirksamkeit zu Linderung manischer Episoden. Bis auf eine kurzfristige Steigerung der Lipidspiegels scheint der Wirkstoff sicher und verträglich zu sein. Weitere Studien müssen die Chancen dieser Behandlungsoption, aber auch die Risiken beispielsweise mit Blick auf einen Switch zu einer depressiven Phase, genauer untersuchen.
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