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Chronische Darmentzündung

Prävalenz des metabolischen Syndroms bei Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen

Original Titel:
Prevalence of metabolic syndrome in patients with inflammatory bowel disease: a systematic review and meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Zusammenhang zwischen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und metabolischem Syndrom (MetS) unklar
  • Prävalenz von MetS bei CED-Patienten?
  • Assoziation von MetS mit Colitis ulcerosa im Vergleich zu Morbus Crohn
  • Metaanalyse von 11 Beobachtungsstudien
  • MetS-Prävalenz bei Colitis ulcerosa höher (38,2 %) als bei Morbus Crohn (13,6 %)

 

DGP Das Ziel einer aktuellen Metaanalyse aus China war es, die Prävalenz des metabolischen Syndroms bei Menschen mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung (CED) zu bestimmen. Erhöhtes Bauchfett, Insulinresistenz, Bluthochdruck und Dyslipidämie bilden zusammen das metabolische Syndrom (MetS) und betraf 19,4 % der Menschen mit CED, bei Colitis ulcerosa sogar 38,2 %.


Der Zusammenhang zwischen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und dem metabolischem Syndrom (MetS) bleibt umstritten. Eine neuere Metaanalyse aus China hat nun die Prävalenz des MetS bei Menschen mit CED ermittelt.

Wie häufig ist das metabolische Syndrom bei CED?

Die Wissenschaftler ermittelten in einem systematischen Review relevante Studien in den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Cochrane Library, Web of Science, EMBASE und MEDLINE bis Juli 2022. Beobachtungsstudien zur MetS-Rate bei Menschen mit CED erfüllten die Einschlusskriterien. Die Metaanalyse ermittelte neben der MetS-Prävalenz bei CED, ob das MetS stärker mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn (MC) assoziiert ist.

Systematischer Review und Metaanalyse über 11 Beobachtungsstudien

Insgesamt wurden 11 geeignete Studien mit 2 501 Patienten in die Analyse eingeschlossen. Von diesen Studien berichteten 4 über die MetS-Prävalenz getrennt nach CED-Phänotyp, nur eine Studie enthielt eine Nicht-CED-Vergleichsgruppe. Insgesamt war die methodische Qualität der eingeschlossenen Studien mäßig. Die zusammengefasste Prävalenz von MetS bei CED betrug 19,4 % (95 % Konfidenzintervall, KI: 15,1 – 23,8 %), mit einer mäßigen Heterogenität (I2 = 51,8 %; Cochrane Q-Statistik = 12,4; p = 0,053). Statistische Analysen zeigten, dass ein komorbides MetS bei Colitis ulcerosa signifikant häufiger war als bei Morbus Crohn (38,2 % vs. 13,6 %; χ2 = 4,88; p = 0,03). Es konnte ein positiver Zusammenhang zwischen dem MetS und Colitis ulcerosa im Vergleich zu Morbus Crohn festgestellt werden (Odds Ratio, OR: 2,11; 95 % KI: 1,19 – 3,74; p = 0,01). Zudem stellten 4 Studien fest, dass ein höheres Alter ein Risiko für die Entwicklung eines MetS darstellt.

Erhöhte Prävalenz des metabolischen Syndroms bei Menschen mit CED

Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass bei Menschen mit CED eine höhere Prävalenz des metabolischen Syndroms vorliegt als in der Allgemeinbevölkerung, insbesondere bei Menschen mit Colitis ulcerosa. Eine frühzeitige Erkennung von MetS-Patienten mit CED könnte laut der Autoren zu besseren Krankheitsergebnissen führen. Weitere Längsschnittstudien sind erforderlich, um den Zusammenhang zwischen CED und MetS weiter aufzuklären.

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