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Mundgesundheit bei Typ-2-Diabetes
Original Titel:
Oral health-related quality of life in patients with type II diabetes mellitus: a systematic review and meta-analysis
- Menschen mit Typ-2-Diabetes haben eine schlechtere mundgesundheitsbezogene Lebensqualität im Vergleich zu Gesunden
- Systematischer Review mit Metaanalyse über 7 Studien
- Alter und Geschlecht ohne Einfluss auf den Zusammenhang zwischen Diabetes und Mundgesundheit
- Funktionelle, körperliche und psychologische Einschränkungen könnten zur Verschlechterung der Mundgesundheit bei Menschen mit Typ-2-Diabetes beitragen
- Niedrige Qualität der Studiendaten schränken Aussagen ein
DGP – Neue Studiendaten zeigen, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes eine deutlich schlechtere Mundgesundheit haben als gesunde Menschen. Das Alter und Geschlecht der Probanden hatte keinen Einfluss auf den Zusammenhang zwischen Diabetes und Mundgesundheit. Es wird betont, dass die Datenqualität gering ist und hochqualitative Studien mit passenden Kontrollgruppen fehlen.
Ein potenzieller Zusammenhang zwischen Diabetes und der Mundgesundheit wird bereits länger diskutiert. Eine Studie aus Polen zielte nun darauf ab, den Einfluss von Typ-2-Diabetes (T2D) auf die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität (Oral Health-Related Quality of Life, OHRQoL) umfassend zu bewerten.
Auswirkungen von Typ-2-Diabetes auf die Mundgesundheit
Hierzu wurden Ergebnisse des Fragebogens Oral Health Impact Profile (OHIP-14) herangezogen. Zudem wurde der Einfluss von demografischen und klinischen Merkmalen evaluiert. Am 24. Januar 2024 wurde eine systematische Recherche in den Datenbanken Medline, EMBASE, CINAHL und Scopus durchgeführt, beginnend mit dem jeweiligen Startdatum der Datenbanken. Es wurden Studien eingeschlossen, welche die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität (OHRQoL ) bei Menschen mit T2D untersuchten. Berücksichtigt wurden Studien mit und ohne Vergleich zu gesunden Kontrollgruppen.
Systematischer Review mit Metaanalyse über 7 Studien
Insgesamt 7 Studien erfüllten die Einschlusskriterien (1 457 Menschen mit diagnostiziertem Diabetes und 216 gesunde Kontrollpersonen). Bei Menschen mit T2D lag der mittlere OHIP-14-Gesamtwert etwa 2,7 Punkte höher als bei Gesunden, was ein Hinweis auf stärkere Mundprobleme sein könnte (Mittelwertdifferenz, MD: 2,68; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,47 – 4,89; p = 0,0176). Signifikante Unterschiede zwischen Menschen mit Diabetes und ohne zeigten sich in fast allen Bereichen des Fragebogens, außer im Punkt Behinderung. Der berechnete durchschnittliche OHIP-14-Gesamtwert betrug 12,06 (95 % KI: 4,93 – 19,19), was auf eine leichte Beeinträchtigung der OHRQoL hinweist. Alter und Geschlecht hatten keinen Einfluss auf den Zusammenhang zwischen Diabetes und Mundgesundheit.
Schlechtere Mundgesundheit bei Menschen mit Typ-2-Diabetes
Die Studienergebnisse belegen einen Zusammenhang zwischen Diabetes und der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität. Allerdings lassen sich die genauen Ursachen für diesen Zusammenhang nicht aus den Daten ableiten. Verschiedene physische und psychologische Einschränkungen könnten bei Menschen mit Diabetes zu einer schlechteren Mundgesundheit führen. Diese Hypothese sollte in weiteren Studien untersucht werden, so das Fazit der Autoren.
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