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Endometriose
Langzeit-Dienogest auch in Niedrigdosis schmerzlindernd
Original Titel:
Efficacy and Safety of 48-Week Low-Dose Dienogest Treatment in Patients with Endometriosis-Associated Dysmenorrhea: A Randomized, Open-Label, Parallel-Group Trial
- Dienogest: Langfristige Behandlung auch mit geringerer als Standarddosis?
- Randomisiert-kontrollierte, offene Studie mit 88 Teilnehmerinnen über 48 Wochen
- Niedrigdosis nominell schwächer, aber nicht dem Standard in Punkto Schmerz unterlegen
DGP – Eine randomisiert-kontrollierte, aber offen durchgeführte Studie mit 88 Frauen mit Endometriose fand, dass die Niedrigdosis-Behandlung mit Dienogest (1 mg/Tag) über 48 Wochen in Bezug auf Schmerzlinderung bei Endometriose der Standarddosis nicht unterlegen ist. Die Daten deuten jedoch auf robustere Schmerzlinderung mit der 2-mg-Dosis. Demnach könnte in speziellen Patientinnen-Gruppen in der Langzeittherapie eine niedrigere Dosis mit geringeren Nebenwirkungen eingesetzt werden.
Dienogest wird mittlerweile häufig zur Behandlung von Endometriose-Schmerzen eingesetzt. Bislang gibt es jedoch kaum langfristige Daten zum Vergleich von Standarddosierungen und niedrigen Dosierungen. Die vorliegende Studie untersuchte dies nun über 48 Wochen.
Dienogest: Langfristige Behandlung auch mit geringerer als Standarddosis?
Die randomisiert-kontrollierte, offene Studie mit parallelen Gruppen verglich die Standarddosis (2 mg/Tag) mit einer Niedrigdosis-Behandlung mit Dienogest (1 mg/Tag). Teilnehmerinnen waren Frauen mit Endometriose-bedingter Dysmenorrhö, die im bildgebenden Verfahren mindestens eine Endometriosezyste der Ovarien aufwiesen. Weitere Endometriosearten wie tief-infiltrierende Endometriose oder peritoneale Läsionen wurden nicht systematisch erfasst und konnten ebenfalls vorliegen. Die Patientinnen erhielten Standard- oder Niedrigdosis randomisiert zugeteilt. Primärer Endpunkt der Studie war eine Veränderung der menstruellen Schmerzen auf einer visuellen Analogskala (VAS, Schmerzlineal von 0 bis 100 mm). Sekundär untersuchte die Studie Veränderungen im Dysmenorrhö-Score, dem Volumen ovarieller Endometrioma, dem Blutspiegel von Estradiol, der Knochendichte und menopausalen Symptomen.
Randomisiert-kontrollierte, offene Studie mit 88 Teilnehmerinnen über 48 Wochen
Insgesamt nahmen 88 Frauen mit Endometriose an der Studie teil. Bei beiden Behandlungsgruppen wurden menstruelle Schmerzen (ermittelt anhand der VAS) signifikant reduziert. Die durchschnittlichen VAS-Werte nahmen in der Niedrigdosis-Gruppe um 44,63 mm ab, in der Standarddosis-Gruppe um 54,19 mm. Die Differenz zwischen den Gruppen erreichte jedoch nicht die vordefinierte Nichtunterlegenheits-Schwelle von -15 mm (Differenz: -9,57 mm; 95 % Konfidenzintervall: -22,7 – 3,56). Die Niedrigdosis war demnach der Standarddosis in Bezug auf Schmerzlinderung nicht unterlegen. Verbesserungen im Dysmenorrhö-Score und Endometrioma-Volumen wurden ebenfalls in beiden Gruppen festgestellt, jedoch mit größeren Effekten in der Standarddosis-Gruppe. Der Estradiol-Spiegel und dessen Reduktion waren zwischen den Gruppen vergleichbar. Ein Verlust an Knochenmarkdichte war hingegen in der Niedrigdosisgruppe weniger ausgeprägt.
Niedrigdosis nominell schwächer, aber nicht dem Standard in Punkto Schmerz unterlegen
Die Autoren schließen, dass die Niedrigdosis-Behandlung mit Dienogest (1 mg/Tag) über 48 Wochen in Bezug auf Schmerzlinderung bei Endometriose der Standarddosis nicht unterlegen ist. Die Daten deuten jedoch auf robustere Schmerzlinderung mit der 2-mg-Dosis. Demnach könnte in speziellen Patientinnen-Gruppen in der Langzeittherapie eine niedrigere Dosis mit geringeren Nebenwirkungen eingesetzt werden.
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