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Prostatakrebs

Biochemisches Rezidiv beim Prostatakrebs: Enzalutamid zusätzlich zur Hormontherapie verbessert Überleben

Original Titel:
Improved Survival with Enzalutamide in Biochemically Recurrent Prostate Cancer

Kurz & fundiert

  • Prostatakrebs-Patienten mit biochemischem Rezidiv: Wirksamkeit von Enzalutamid-Monotherapie vs. Enzalutamid plus Leuprorelin?
  • Leuprorelin, Enzalutamid oder Kombination aus beidem
  • Patienten mit Kombinationstherapie hatten einen Überlebensvorteil
  • Bezüglich des Gesamtüberlebens kein Unterschied zwischen Enzalutamid-Monotherapie und Leuprorelin-Monotherapie

 

DGP – Wissenschaftler analysierten neue Daten bezüglich des Gesamtüberlebens von Prostatakrebs-Patienten mit biochemischem Rezidiv. Patienten, die sowohl Leuprorelin als auch Enzalutamid bekamen, hatten gegenüber den Patienten, die nur einen der Wirkstoffe erhielten, einen Überlebensvorteil.


Mit einer radikalen Prostatektomie oder einer Strahlentherapie besteht bei einem lokal begrenzten Prostatakrebs die Chance auf Heilung. Leider kommt es nicht selten zu einem biochemischen Rezidiv, bei dem die PSA-Werte nach kurativer Therapie wieder steigen. In diesem Fall muss eine weitere Behandlung angeschlossen werden. In der Regel kommt dann die klassische Hormontherapie zum Einsatz, doch auch neuere Wirkstoffe wie Enzalutamid haben sich bereits bewährt. Ein internationales Forscherteam untersuchte diesbezüglich 2023 in der EMBARK-Studie, die Wirksamkeit von Enzalutamid alleine und Enzalutamid in Kombination mit einer klassischen Hormontherapie mit Leuprorelin im Vergleich zur alleinigen Hormontherapie. Nun veröffentlichten sie die finalen Daten im Hinblick auf das Gesamtüberleben der verschiedenen Behandlungsgruppen.

Prostatakrebs mit biochemischem Rezidiv: Wirksamkeit von Enzalutamid-Monotherapie vs. Enzalutamid plus Leuprorelin?

Die Wissenschaftler teilten Prostatakrebs-Patienten mit einem biochemischen Rezidiv mit hohem Risiko (PSA-Verdopplungszeit ≤ 9 Monate und PSA-Wert ≥ 1 ng/ml nach radikaler Prostatektomie bzw. PSA-Wert ≥ 2 ng/ml über dem Nadir nach Strahlentherapie) nach dem Zufallsprinzip in drei gleich große Gruppen ein. Je nach Gruppe erhielten die Patienten entweder eine Kombinationstherapie aus Enzalutamid und Leuprorelin, eine Monotherapie mit Leuprorelin oder eine Monotherapie mit Enzalutamid. Die Wissenschaftler untersuchten das Gesamtüberleben der verschiedenen Patientengruppen.

Patienten mit biochemischem Rezidiv bekamen Leuprorelin, Enzalutamid oder eine Kombination aus beidem

Den Analysen zufolge ging die Kombinationstherapie mit einem besseren Gesamtüberleben einher. 78,9 % (95 % Konfidenzintervall, KI: 73,9 – 83,1) der Patienten, die die Kombinationstherapie bekamen, waren nach 8 Jahren noch am Leben. Das 8-Jahres-Überleben lag bei Patienten, die nur Leuprorelin bekamen, bei 69,5 % (95 % KI: 64,0 – 74,3) und bei Patienten mit Enzalutamid-Monotherapie bei 73,1 % (95 % KI: 67,6 – 77,9). Im Vergleich zur Leuprorelin-Monotherapie senkte die Kombinationstherapie das Sterberisiko signifikant (Hazard Ratio, HR: 0,60; 95 % KI: 0,44 – 0,80; p < 0,001). Zwischen der Enzalutamid-Monotherapie und der Leuprorelin-Monotherapie war der Unterschied hingegen nicht signifikant (HR: 0,83; 95 % KI: 0,63 – 1,10; p = 0,19).

Besseres Gesamtüberleben bei Kombinationstherapie

Prostatakrebs-Patienten mit biochemischem Rezidiv profitierten somit im Hinblick auf das Gesamtüberleben von einer Kombination aus Enzalutamid und einer Hormontherapie mit Leuprorelin. Dies wurde beim Vergleich zu einer alleinigen Hormontherapie deutlich.

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