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Multiple Sklerose

Radiofrequenzrhizotomie bei MS-Trigeminusneuralgie rasch schmerzlindernd

Original Titel:
Radiofrequency rhizotomy for multiple sclerosis-related trigeminal neuralgia: a systematic review and meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Trigeminusneuralgie bei MS: Wie wirksam ist Radiofrequenzrhizotomie?
  • Systematischer Review mit Metaanalyse über 15 Studien
  • Radiofrequenzrhizotomie rasch, aber meist auch langfristig effektiv schmerzlindernd

 

DGP Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 15 Studien fand, dass Radiofrequenzrhizotomie mit substanzieller, rascher Schmerzlinderung bei der MS-Trigeminusneuralgie assoziiert ist, bei überschaubaren Komplikationsraten. Langfristig konnte die Schmerzlinderung gut erhalten werden. Allerdings, betonen die Autoren, wurde eine große Variabilität in den langfristigen Ergebnissen festgestellt, die mit Vorsicht interpretiert werden muss.


Schädigung von Nerven im Verlauf der Multiplen Sklerose (MS) kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen. Eines davon ist Schmerz, der entweder aufgrund der Schädigung selbst oder infolge von Krämpfen, die der geschädigte Nerv auslöst, auftreten. Manche Patienten leiden unter einer Trigeminusneuralgie, einer sehr schmerzhaften Überreizung des Trigeminusnervs, der Stirn, Ober- und Unterkiefer versorgt.

Trigeminusneuralgie bei MS: Wie wirksam ist Radiofrequenzrhizotomie?

Die Radiofrequenzrhizotomie ist eine mögliche Therapieoption zur Behandlung der MS-Trigeminusneuralgie. Bei dieser Methode wird der Nervenansatz mittels Bestrahlung verödet. Wissenschaftler analysierten nun die bisherigen Studien, um zu ermitteln, wie wirksam dieser Ansatz ist.

Ein systematischer Review ermittelte relevante Studien zu den Effekten einer Radiofrequenzrhizotomie auf den Gesichtsschmerz bei einer MS-Trigeminusneuralgie. Studien mit Veröffentlichung bis April 2025 wurden eingeschlossen. Die Metaanalyse ermittelte zusammengefasste Schmerzfreiheits- und Schmerzlinderungsraten, mit Schwerpunkt auf adäquate Schmerzlinderung.

Systematischer Review mit Metaanalyse über 15 Studien

Die Metaanalyse umfasste 15 Studien mit zusammen 278 Patienten mit MS-Trigeminusneuralgie, die mit Radiofrequenzrhizotomie behandelt wurden. Die Nachbeobachtung erfolgte über 17,25 bis 69 Monate. Die Behandlung erreichte eine Schmerzfreiheitsrate von 78 % (95 % Konfidenzintervall, KI: 58 – 93 %) und eine adäquate Schmerzlinderungsrate von 96 % (95 % KI: 89 – 100 %) in der ersten Nachbeobachtung. In der letzten Nachbeobachtung lag die Schmerzfreiheitsrate bei 64 % (95 % KI: 25 – 95 %), die adäquate Schmerzlinderungsrate bei 86 % (95 % KI: 63 – 99 %). Komplikationen traten im Gesamtüberblick bei 9 % der Patienten auf (95 % KI: 1 – 22 %).

Radiofrequenzrhizotomie rasch, aber meist auch langfristig effektiv schmerzlindernd

Die Radiofrequenzrhizotomie ist demnach mit substanzieller, rascher Schmerzlinderung bei der MS-Trigeminusneuralgie assoziiert, bei überschaubaren Komplikationsraten. Langfristig konnte die Schmerzlinderung gut erhalten werden. Allerdings, betonen die Autoren, wurde eine große Variabilität in den langfristigen Ergebnissen festgestellt, die mit Vorsicht interpretiert werden muss.

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