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Chronische Darmentzündung

Darmerkrankung verursacht keinen Autismus

Original Titel:
Parental Inflammatory Bowel Disease with Child Autism: A Comprehensive Review and Meta-Analysis

Kurz & fundiert

  • Zusammenhang zwischen elterlicher chronisch-entzündlicher Darmerkrankung (CED) und Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) bei Kindern?
  • Metaanalyse von 6 Studien, 2 Fall-Kontroll-Studien und 4 Kohortenstudien
  • Kein signifikanter Zusammenhang zwischen ASD bei Kindern und CED bei den Eltern
  • Subgruppenanalysen zum CED-Typ und Geschlecht ergaben keine statistischen Unterschiede hinsichtlich des Autismusrisikos

 

DGP Eine aktuelle Metaanalyse mit über 3,2 Millionen Studienteilnehmern zeigt, dass zwischen elterlicher chronisch-entzündlicher Darmerkrankung und dem Risiko für Autismus-Spektrum-Störungen bei Kindern kein signifikanter Zusammenhang besteht.


Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wurden in der Vergangenheit vereinzelt mit einem eventuellen Risiko für neurologisch bedingte Störungen wie Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) in Verbindung gebracht. Die wissenschaftliche Literatur zu diesem Zusammenhang ist bislang jedoch uneinheitlich.

Zusammenhang von CED und Autismus?

Daher führten chinesische Wissenschaftler einen systematischen Review mit Metaanalyse durch, um diesen Zusammenhang zu klären. Geeignete Studien wurden durch die Auswertung mehrerer internetbasierter Datenbanken identifiziert, darunter Cochrane, Web of Knowledge, Embase, CINAHL, PubMed und PsycINFO, mit einem Suchzeitraum von 1960 – 2022.

Metaanalyse von 6 Studien mit 3 200 199 Studienteilnehmern

Insgesamt wurden 6 Studien (2 Fall-Kontroll-Studien und 4 Kohortenstudien) mit 3 200 199 Studienteilnehmern in die Metaanalyse einbezogen. Das zusammengefasste relative Risiko (RR) für ASD bei Kindern von Eltern mit CED betrug 1,15 (95 % Konfidenzintervall, KI: 0,92 – 1,45; p = 0,226; I² = 81,4 %; p = 0,003; Prognoseintervalle, PI: 0,53 – 2,62). Demnach konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen elterlicher chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen und dem Auftreten von ASD bei Kindern gesehen werden. Auch die Subgruppenanalysen hinsichtlich des CED-Typs und des Geschlechts ergaben keine statistisch signifikanten Zusammenhänge.

Kein Zusammenhang zwischen elterlicher CED und Autismus bei den Nachkommen

Die vorliegende Metaanalyse liefert keine Evidenz dafür, dass elterliche CED mit einem erhöhten Risiko für Autismus-Spektrum-Störungen bei Nachkommen verbunden ist. Um diese Ergebnisse zu bestätigen sind laut der Autoren weitere Studien mit größeren Stichproben und optimierten Studiendesigns erforderlich.

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