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Corona
Azelastin-Nasenspray senkt Corona-Infektionsrisiko
Original Titel:
Azelastine Nasal Spray for Prevention of SARS-CoV-2 Infections: A Phase 2 Randomized Clinical Trial
- Wirksamkeit und Sicherheit von Azelastin-Nasenspray zur Prävention von Coronavirus-Infektionen
- Phase-2-Studie mit 450 Teilnehmern: Azelastin-Spray versus Placebo
- Weniger laborbestätigte Coronavirusinfektionen bei Anwendung von Azelastin-Nasenspray
DGP – Eine randomisierte, placebokontrollierte klinische Studie mit 450 Teilnehmern fand signifikant weniger laborbestätigte Coronavirusinfektionen bei Menschen, die ein Azelastin-Nasenspray angewandt hatten. Das Nasenspray könnte demnach helfen, das Risiko einer Coronavirusinfektion zu reduzieren.
Eine Coronavirusinfektion ist mit einer Vielzahl von Risiken verbunden, die eine Gefahr für vorerkrankte Personen darstellen, aber auch zuvor gesunde Menschen stark und anhaltend beeinträchtigen können. Zur Vorbeugung steht die Impfung gegen das neue Coronavirus bereit. Zudem können Masken genutzt werden. Als weitere Prophylaxeoptionen wurden Nasensprays untersucht. Der Wirkstoff Azelastin ist ein Antihistamin, der seit Jahrzehnten zur Behandlung von Heuschnupfen-Symptomen eingesetzt wurde und im Labor antivirale Aktivität gegen verschieden Viren, auch das neue Coronavirus SARS-CoV-2, zeigte. Wissenschaftler untersuchten nun, ob ein Nasenspray mit Azelastin zur Prävention einer Coronavirusinfektion eingesetzt werden könnte.
Wirksamkeit und Sicherheit von Azelastin-Nasenspray zur Prävention von Coronavirus-Infektionen
Eine doppelblind und placebokontrolliert durchgeführte klinische Studie der Phase 2 am Universitätsklinikum des Saarlandes untersuchte zwischen März 2023 und Juli 2024 gesunde Erwachsene. Die Teilnehmer wandten ein Nasenspray entweder mit Azelastin (0,1 %) oder einem Placebo dreimal täglich über 56 Tage an. Coronavirus-Schnelltests wurden zweimal wöchentlich durchgeführt und bei positivem Ergebnis mit Labortests (PCR) überprüft. Symptomatische Teilnehmer mit negativen Schnelltest-Ergebnissen wurden mittels PCR auf verschiedene Atemwegsviren getestet.
Phase-2-Studie mit 450 Teilnehmern: Azelastin-Spray versus Placebo
Insgesamt nahmen 450 Personen an der Studie teil und erhielten entweder das Azelastin-Nasenspray (n = 227) oder das Placebo (n = 223). Das durchschnittliche Alter der Teilnehmer betrug 33 Jahre (+/-1 13,3 Jahre), 299 (66,4 %) waren Frauen, 151 der Teilnehmer (33,6 %) waren Männer. Es kam in der Azelastin-Gruppe zu signifikant weniger laborbestätigten Coronavirus-Infektionen (n = 5; 2,2 %) als in der Placebogruppe (n = 15; 6,7 %; Odds Ratio, OR: 0,31; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,11 – 0,87). Zudem war in der Gruppe infizierter Personen die Zeit bis zu einer Coronavirus-Infektion mit Azelastin höher (Azelastin: 31,2 Tage; +/- 9,3 Tage vs. Placebo: 19,5 Tage; +/- 14,8 Tage), die Zahl bestätigter symptomatischer Infektionen geringer (Azelastin: 21/227 Personen vs. Placebo: 49/223 Personen) und die Zahl laborbestätigter Rhinovirusinfektionen geringer (Azelastin: 1,8 % vs. Placebo: 6,3 %). Unerwünschte Ereignisse traten in beiden Gruppen ähnlich häufig auf.
Weniger laborbestätigte Coronavirusinfektionen bei Anwendung von Azelastin-Nasenspray
Die randomisierte, placebokontrollierte klinische Studie fand somit signifikant weniger laborbestätigte Coronavirusinfektionen bei Menschen, die ein Azelastin-Nasenspray angewandt hatten. Die Autoren schließen, dass das Nasenspray demnach helfen können, das Risiko einer Coronavirusinfektion zu reduzieren. Größere Studien sollten diese mögliche Prophylaxe nun auch mit Risikogruppen überprüfen.
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