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Leukämie

Krankheitsfortschritt beim schwelenden Multiplen Myelom bremsen

Original Titel:
Efficacy and toxicity of treatment of smoldering multiple myeloma: a systematic review and meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Schwelendes Multiples Myelom: Wie relevant ist eine Behandlung?
  • Systematischer Review mit Metaanalyse über 19 Studien mit 1 217 Patienten
  • Höhere Ansprechraten speziell bei Hochrisiko-Patienten
  • Krankheitsfortschritt beim schwelenden Multiplen Myelom bremsen, Nebenwirkungen abwägen

 

DGP Früh mit neuartigen Wirkstoffen einzugreifen, kann den Krankheitsfortschritt beim schwelenden Multiplen Myelom bremsen und das klinische Ansprechen verbessern, fand ein systematischer Review mit Metaanalyse über 19 Studien. Dies trifft besonders auf Patienten mit hohem Risiko für einen Krankheitsfortschritt zu. In die Abwägung zur Therapieentscheidung sollte jedoch die Rate unerwünschter Ereignisse mit einbezogen werden, so das Fazit der Autoren.


Das Multiple Myelom ist eine Form des Lymphdrüsenkrebses, bei dem sich Plasmazellen, eine Gruppe weißer Blutkörperchen, im Knochenmark unkontrolliert vermehren. Dadurch werden gesunde, blutbildende Zellen verdrängt. Schreitet das Multiple Myelom langsam, aber asymptomatisch voran, spricht man von einem schwelenden (smoldering) Multiplen Myelom. Speziell wenn ein höheres Risiko für das weitere Fortschreiten der Erkrankung besteht, steht die Möglichkeit einer Behandlung im Raum.

Schwelendes Multiples Myelom: Wie relevant ist eine Behandlung?

Der vorliegende systematische Review mit Metaanalyse ermittelte die Wirksamkeit und Sicherheit von Behandlungen des schwelenden Multiplen Myeloms mit Hilfe neuer Wirkstoffe. Die Autoren ermittelten dazu randomisiert-kontrollierte und nicht-randomisierte Studien aus den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Embase, Web of Science, Ovid MEDLINE, Scopus und ClinicalTrials.gov, mit Veröffentlichungsdaten zwischen 2003 und 2024.

Systematischer Review mit Metaanalyse über 19 Studien mit 1 217 Patienten

Die Metaanalyse umfasste 19 Studien, von denen 5 randomisiert-kontrolliert durchgeführt worden waren. Insgesamt waren 1 217 Patienten in die Analyse eingeschlossen. Das progressionsfreie Überleben betrug in den Wirkstoffgruppen nach 12 Monaten 94 % (95 % Konfidenzintervall, KI: 89 – 98 %), das Gesamtüberleben 99 % (95 % KI: 97 – 100 %). Die Gesamtansprechrate lag bei 64 % (95 % KI: 50 – 77 %), die vollständige Ansprechrate hingegen bei 12 % (95 % KI: 3 – 25 %). Die Abwesenheit einer minimalen Resterkrankung konnte bei 62 % der Patienten (95 % KI: 42 – 81 %) demonstriert werden. Zu unerwünschten Ereignissen der Grade 3 oder 4 kam es bei 36 % der Patienten (95 % KI: 30 – 43 %).

Zum Vergleich nutzten die Wissenschaftler die Kontrollgruppen der 5 randomisiert-kontrollierten Studien. Hier lag nach 12 Monaten das progressionsfreie Überleben bei 76 %, das Gesamtüberleben bei 97 %, mit einer Gesamtansprechrate von 0 %, vollständiger Ansprechrate von 0 % und unerwünschten Ereignissen der Grade 3 oder 4 bei 25 % der Patienten.

In einer Untergruppenanalyse betrachteten die Autoren 522 Patienten mit hohem Risiko aus 11 Studien. Diese erreichten häufiger das progressionsfreie Überleben nach 12 Monaten (97 % vs. 91 %) und hatten eine höhere Gesamtansprechrate (77 % vs. 53 %) sowie vollständige Ansprechrate (24 % vs. 5 %) im Vergleich zu sämtlichen Patienten mit schwelendem Multiplem Myelom. Das Gesamtüberleben nach 12 Monaten (99 % vs. 99 %) und die Rate unerwünschter Ereignisse der Grade 3 oder 4 (38 % vs. 34 %) unterschieden sich hingegen nicht signifikant zwischen Patienten mit hohem Risiko und der vollständigen Patientengruppe.

Krankheitsfortschritt beim schwelenden Multiplen Myelom bremsen, Nebenwirkungen abwägen

Früh mit neuartigen Wirkstoffen einzugreifen, kann demnach den Krankheitsfortschritt beim schwelenden Multiplen Myelom bremsen und das klinische Ansprechen verbessern. Dies trifft besonders auf Patienten mit hohem Risiko für einen Krankheitsfortschritt zu, fand der systematische Review mit Metaanalyse. In die Abwägung zur Therapieentscheidung sollte jedoch die Rate unerwünschter Ereignisse miteinbezogen werden.

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