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Longevity

Smartwatches erkennen Vorhofflimmern bei Risikopatienten 4-mal häufiger

Original Titel:
Enhanced Detection and Prompt Diagnosis of Atrial Fibrillation Using Apple Watch: A Randomized Controlled Trial

Kurz & fundiert

  • Kann ein Smartwatch-Screening die Früherkennung von Vorhofflimmern verbessern?
  • Randomisierte Studie an Menschen ab 65 Jahren mit erhöhtem Schlaganfallrisiko
  • Neu aufgetretenes Vorhofflimmern in Smartwatch-Gruppe 4-mal häufiger erkannt als in Kontrollgruppe
  • Erhöhte Erkennungsrate von Vorhofflimmern mit Smartwatch

 

DGPEin 6-monatiges Smartwatch-Screening erkannte bei Risikopatienten 4-mal häufiger neu aufgetretenes Vorhofflimmern als die Standardversorgung. Hierdurch war es möglich, auch unbemerktes Vorhofflimmern ohne Symptome zu erfassen.


Vorhofflimmern ist die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen und eine der wichtigsten Ursachen für Schlaganfälle. Aufgrund seines oft plötzlich auftretenden und wieder verschwindenden Verlaufs und der häufig fehlenden Beschwerden bleibt Vorhofflimmern oft lange unbemerkt. Tragbare Geräte wie Smartwatches bieten eine praktische und nicht invasive Möglichkeit, um diese Herzrhythmusstörung systematisch früh zu erkennen.

Kann ein Smartwatch-Screening die Früherkennung von Vorhofflimmern verbessern?

Das Ziel einer niederländischen Studie war es, die Erkennung von neu aufgetretenem Vorhofflimmern bei Menschen mit erhöhtem Schlaganfallrisiko mithilfe eines fernüberwachten, Smartwatch-basierten Screenings zu untersuchen.

Randomisierte kontrollierte Studie mit älteren Probanden und erhöhtem Schlaganfallrisiko

Es handelte sich um eine prospektive, multizentrische, randomisierte kontrollierte Studie, die an 2 sekundärmedizinischen Versorgungszentren in den Niederlanden durchgeführt wurde. In die Studie wurden ausschließlich Personen ab einem Alter von 65 Jahren aufgenommen, die ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall aufwiesen. Um dieses Risiko zu bestimmen, wurde der CHA₂DS₂-VASc-Score herangezogen, ein Bewertungssystem, das verschiedene gesundheitliche Faktoren wie Alter, Bluthochdruck, Diabetes oder bereits erlittene Schlaganfälle berücksichtigt.

Für die Teilnahme an der Studie mussten Männer einen CHA₂DS₂-VASc-Score von mindestens 2 Punkten erreichen, während Frauen aufgrund der Tatsache, dass sie allein für ihr Geschlecht bereits einen Punkt erhalten, einen Score von mindestens 3 Punkten vorweisen mussten. Diese unterschiedliche Punktzahl berücksichtigt somit geschlechtsspezifische Risikounterschiede.

Die Studienteilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einer Gruppe zugeteilt, die über einen Zeitraum von sechs Monaten (180 Tage) mit einer Smartwatch überwacht wurde, oder sie erhielten die übliche ärztliche Betreuung ohne zusätzliche Überwachung. Die Smartwatch verfügte dabei über zwei wichtige Funktionen: Zum einen nutzte sie die Photoplethysmographie, eine Technik, die durch Lichtmessung die Pulswellen im Blut erfasst, um den Herzrhythmus zu kontrollieren. Zum anderen war sie mit einer Einkanal-Elektrokardiogramm-Funktion ausgestattet, einer vereinfachten Methode zur Aufzeichnung der elektrischen Aktivität des Herzens. Die aufgezeichneten Elektrokardiogramme wurden innerhalb von 24 Stunden durch ein unabhängiges eHealth-Team ausgewertet. Der primäre Endpunkt war neu aufgetretenes Vorhofflimmern, definiert als bestätigte Episode von mindestens 30 Sekunden Dauer im Einkanal- oder Standard-Elektrokardiogramm.

Überwachung mittels Smartwatch versus Standardversorgung

Zwischen November 2022 und Dezember 2023 wurden insgesamt 437 Studienteilnehmer randomisiert, davon 219 in die Smartwatch-Gruppe und 218 in die Kontrollgruppe. Das mediane Alter betrug 75 Jahre, 46,7 % der Studienteilnehmer waren Frauen, und der mediane CHA2DS2-VASc-Score lag bei 3,0. Neu aufgetretenes Vorhofflimmern wurde bei 21 Teilnehmern in der Smartwatch-Gruppe (9,6 %) und bei 5 Menschen in der Kontrollgruppe (2,3 %) festgestellt. Dies entsprach einer Risikodifferenz von 7,3 Prozentpunkten (95 % Konfidenzintervall, KI: 2,9 – 11,7 Prozentpunkte; p = 0,001) sowie einer Hazard Ratio von 4,40 (95 % KI: 1,66 –11,66). Mehrere Episoden von Vorhofflimmern ohne Symptome wurden ausschließlich in der Interventionsgruppe erkannt, während paroxysmales Vorhofflimmern in beiden Gruppen auftrat.

Erhöhte Erkennungsrate von Vorhofflimmern mit Smartwatch

Die randomisierte kontrollierte Studie liefert Evidenz dafür, dass ein 6-monatiges Smartwatch-basiertes Screening die Detektionsrate von neu aufgetretenem Vorhofflimmern im Vergleich zur Standardversorgung bei Menschen mit erhöhtem Schlaganfallrisiko signifikant erhöht.

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