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Diabetes
Kardiovaskuläre Sicherheit von Tirzepatid bei Typ-2-Diabetes: Ergebnisse einer randomisierten Nichtunterlegenheitsstudie
Original Titel:
Cardiovascular Outcomes with Tirzepatide versus Dulaglutide in Type 2 Diabetes
- Kardiovaskuläre Sicherheit von Tirzepatid vs. Dulaglutid bei Typ-2-Diabetes und kardiovaskulärer Vorerkrankung?
- Randomisierte, doppelblinde Nichtunterlegenheitsstudie mit aktivem Vergleich (Dulaglutid)
- Primärer Endpunkt: Tod durch kardiovaskuläre Ursachen, Herzinfarkt oder Schlaganfall
- Tirzepatid erfüllte das Kriterium der Nichtunterlegenheit
DGP – Eine große internationale Studie mit 13 165 Teilnehmern untersuchte die kardiovaskuläre Sicherheit von Tirzepatid im Vergleich zu Dulaglutid bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und kardiovaskulären Vorerkrankungen. Tirzepatid war Dulaglutid nicht unterlegen und zeigte ein ähnliches Sicherheitsprofil beider Wirkstoffe.
Studien zeigen, dass Tirzepatid den Blutzucker senkt und beim Abnehmen unterstützen kann. Bisher war allerdings nicht klar wie sich Tirzepatid auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt. Bei Tirzepatid handelt es sich um einen dualen Inkretin-Agonisten, der den Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptor und den glucoseabhängigen insulinotropen Polypeptid-Rezeptor aktiviert.
Kardiovaskuläre Sicherheit von Tirzepatid im Vergleich zu Dulaglutid
Das Ziel einer Studie internationaler Wissenschaftler war es, die kardiovaskuläre Sicherheit von Tirzepatid im Vergleich zu Dulaglutid zu untersuchen. Hierzu wurde eine randomisierte, doppelblinde Nichtunterlegenheitsstudie mit aktivem Vergleich (Dulaglutid) durchgeführt. Menschen mit Typ-2-Diabetes und atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung wurden im Verhältnis 1:1 einer wöchentlichen subkutanen Behandlung mit Tirzepatid in einer Dosierung von bis zu 15 mg oder Dulaglutid in einer Dosierung von 1,5 mg zugeteilt.
Randomisierte, doppelblinde Nichtunterlegenheitsstudie
Der primäre Endpunkt war ein kombinierter Endpunkt aus Tod aufgrund kardiovaskulärer Ursachen, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die Nichtunterlegenheit von Tirzepatid wurde anhand einer Obergrenze von 1,05 für das 95,3 % Konfidenzintervall der Hazard Ratio geprüft. Insgesamt wurden 13 299 Menschen randomisiert, von denen 134 nachträglich ausgeschlossen wurden, da sie die Einschlusskriterien nicht erfüllten. Die modifizierte Intention-to-treat-Population umfasste 6 586 Studienteilnehmer in der Tirzepatid-Gruppe und 6 579 in der Dulaglutid-Gruppe. Das mittlere Alter betrug 64,1 Jahre (± 8,8 Jahre), 29,0 % der Studienteilnehmer waren Frauen. Der mittlere Body-Mass-Index lag bei 32,6 kg/m² (± 5,5 kg/m²), was der Diagnose Adipositas entspricht. Der mittlere HbA1c-Wert betrug 8,4±0,9 %, und die durchschnittliche Dauer der Diabeteserkrankung lag bei 14,7 Jahren (± 8,8 Jahre).
Ein Ereignis des primären Endpunkts, z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall, trat bei 801 Studienteilnehmern (12,2 %) in der Tirzepatid-Gruppe und bei 862 Studienteilnehmern (13,1 %) in der Dulaglutid-Gruppe auf (Hazard Ratio, HR: 0,92; 95,3 % Konfidenzintervall, KI: 0,83 – 1,01). Damit wurde das Kriterium der Nichtunterlegenheit erfüllt (p = 0,003), während kein statistisch signifikanter Vorteil hinsichtlich Überlegenheit gezeigt werden konnte (p = 0,09).
Sicherheit und Verträglichkeit von Tirzepatid und Dulaglutid vergleichbar
Die Gesamtinzidenz unerwünschter Ereignisse war in beiden Behandlungsgruppen ähnlich. Allerdings traten Magen-Darm-Beschwerden unter Tirzepatid häufiger auf als unter Dulaglutid.
Tirzepatid: Nichtunterlegenheit bei kardiovaskulären Endpunkten
Tirzepatid ist demnach bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und kardiovaskulärer Vorerkrankung hinsichtlich schwerer kardiovaskulärer Ereignisse nicht unterlegen gegenüber Dulaglutid und zeigt ein ähnliches Sicherheitsprofil, so das Fazit der Studienautoren.
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