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Chronische Darmentzündung

Künstliche Intelligenz in der Versorgung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Original Titel:
Applications of generative artificial intelligence in inflammatory bowel disease: A systematic review

Kurz & fundiert

  • Künstliche Intelligenz (KI): Beitrag zur Versorgung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (CED)?
  • Systematischer Review über 8 Studien: 5 zur Patientenedukation, 2 zur Entscheidungsunterstützung und 1 zur Forschungsplanung
  • Patientenedukation: klare, inhaltlich korrekte KI-Antworten mit Genauigkeit von bis zu 84,2 %
  • Schweregradeinschätzung (Colitis ulcerosa): Übereinstimmung mit Fachärzten zu 80 %
  • Leitlinienbasiertes Dysplasiemanagement: Übereinstimmung mit Fachärzten zu 87,8 %
  • Forschungsfragestellungen: Relevant und klar formuliert, aber geringe Spezifität und Originalität

 

DGP Eine aktuelle Studie hat untersucht, wie künstliche Intelligenz die Therapie und Erforschung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen unterstützen kann. Erste Ergebnisse zeigen vielversprechende Ansätze, eine fachärztliche Kontrolle bleibt allerdings unerlässlich.


Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) können eine erhebliche körperliche, soziale und wirtschaftliche Belastung darstellen. Sogenannte Chatbots mit künstlicher Intelligenz (KI) könnten das Potenzial haben, die Behandlung und Erforschung von CED zu unterstützen. Jedoch bestehen Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Konsistenz ihrer Antworten.

Chatbots in der Patientenedukation, Therapieentscheidung und Forschung?

Eine Studie aus Italien führte nun einen systematischen Review durch, um die derzeitige Evidenz zum Einsatz generativer KI bei CED zu analysieren. Studien, welche den Einsatz generativer KI in der Versorgung von CED untersuchten, wurden in den Datenbanken PubMed und Embase im Zeitraum von Januar 2020 bis September 2024 identifiziert.

Systematischer Review über 8 Studien

Von insgesamt 2 875 identifizierten Veröffentlichungen erfüllten 8 Studien die Einschlusskriterien. Davon befassten sich 5 Studien mit der Patientenedukation, 2 mit der Entscheidungsunterstützung und 1 mit der Generierung von Forschungsfragen. Die Studien waren sämtlich mit einem speziellen Chatbot (ChatGPT) durchgeführt worden. Im Bereich der Patientenedukation lieferte der Chatbot demnach klare und präzise Antworten mit einer Genauigkeit von bis zu 84,2 %. Allerdings zeigte sich in einigen Fällen eine mangelnde Konsistenz. In der klinischen Entscheidungsunterstützung stimmten die Klassifikationen des Schweregrades der Colitis ulcerosa in 80 % der Fälle mit den ärztlichen Einschätzungen überein. Beim leitlinienbasierten Dysplasiemanagement lag die Übereinstimmung bei 87,8 %. Die Analyse fand, dass der Chatbot relevante (Mittelwert: 4,9 ± 0,26) und klare (4,8 ± 0,41) Forschungsfragestellungen generierte, denen es jedoch an Spezifität (2,86/5) und Originalität (1,07/5) mangelte.

Einsatz in der klinischen Praxis nur nach fachärztlicher Kontrolle

Chatbots mit generativer KI zeigten demnach vielversprechendes Potenzial zur Unterstützung der Versorgung von Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Jedoch äußerten die Studienautoren Bedenken hinsichtlich Genauigkeit, Konsistenz und Aktualität der durch die KI bereitgestellten Informationen. Eine fachärztlichen Kontrolle von KI-generierten Inhalten bleibt deshalb weiterhin unerlässlich.

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