Das GesundheitsPortal für innovative Arzneimittel, neue Therapien und neue Heilungschancen

Metformin und Testosteronersatztherapie: Einfluss auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit von Männern

Original Titel:
Cardiovascular effects of metformin and testosterone replacement therapy in older men with hormone-related cancers and cancer-free population

Kurz & fundiert

  • Kardiovaskuläre Erkrankungen bei Männern: Risiko hormonassoziierter Krebserkrankungen
  • Kann Einnahme von Metformin und Testosteronersatztherapie das Risiko beeinflussen?
  • Hormonassoziierte Krebserkrankung: Prostatakrebs, Darmkrebs und Brustkrebs
  • Analyse von Daten von 29 014 Männern mit und 29 014 Männern ohne Krebserkrankung
  • Metformin: Geringeres Herz-Kreislauf-Risiko bei Männern mit und ohne Krebserkrankung
  • Testosteronersatztherapie: Geringeres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen bei hormonassoziierter Krebserkrankung

 

DGP – Wissenschaftler analysierten die Daten von mehr als 58 000 Männern, die mindestens 65 Jahre alt waren. Sowohl Metformin als auch eine Testosteronersatztherapie gingen bei älteren Männern mit einem geringeren Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen einher. Der schützende Effekt war bei Metformin deutlicher.


Kardiovaskuläre Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache. Patienten mit hormonassoziierten Krebserkrankungen wie Prostatakrebs, Darmkrebs und Brustkrebs leiden nicht selten unter Testosteronmangel, Diabetes oder Stoffwechselstörungen, die das Herz-Kreislauf-Risiko weiter erhöhen können. Könnte dieses Risiko medikamentös reduziert werden?

Herz-Kreislauf-Risiko bei Männern: Risiko hormonassoziierter Krebserkrankungen reduzieren?

Wissenschaftler aus den USA und Mexiko untersuchten, ob sich Therapie gegen diese Erkrankungen (Metformin gegen Diabetes und Testosteronersatztherapie gegen Testosteronmangel) auf das Herz-Kreislauf-Risiko von Männern mit oder ohne hormonassoziierter Krebserkrankung auswirken. Für ihre retrospektive Studie griffen die Wissenschaftler auf Daten des US-Krebsregisters SEER (Surveillance, Epidemiology, and End Results) in Kombination mit den Abrechnungsdaten der staatlichen Krankenversicherung Medicare für die Jahre 2007 – 2015 zurück.

Die Wissenschaftler untersuchten, ob die Einnahme von Metformin oder die Testosteronersatztherapie mit dem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen zusammenhing. Zu diesen zählten Herzinsuffizienz, ischämische Herzkrankheit, periphere arterielle Erkrankung und Schlaganfall.

Retrospektive Analyse der Daten von mehr als 58 000 älteren Männern

Die Daten von 58 028 Männern, die mindestens 65 Jahre alt waren, flossen in die Analysen ein. In der Studie wurde die Gesamtpopulation, Männer ohne Krebserkrankung (29 014 Männer) und Männer mit hormonassoziierten Krebserkrankungen (Prostatakrebs, Darmkrebs und Brustkrebs; 29 014 Männer) betrachtet.

Sowohl die Einnahme von Metformin als auch die Testosteronersatztherapie gingen mit einem geringeren Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen einher. Das galt für alle untersuchten Studiengruppen mit Ausnahme der Testosteronersatztherapie bei Männern ohne Krebs. Hier war die beobachtete Risikoreduktion statistisch nicht signifikant.

Gesamtpopulation:

  • Metformin: Hazard Ratio, HR: 0,72; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,68 – 0,76
  • Testosteronersatztherapie: HR: 0,82; 95 % KI: 0,67 – 0,99

Männer ohne Krebserkrankung:

  • Metformin: HR: 0,72; 95 % KI: 0,68 – 0,76
  • Testosteronersatztherapie: HR: 0,87; 95 % KI: 0,68 – 1,01

Männer mit hormonassoziiertem Krebs:

  • Metformin: HR: 0,67; 95 % KI: 0,64 – 0,73
  • Testosteronersatztherapie: HR: 0,64; 95 % KI: 0,48 – 0,86

Weniger kardiovaskuläre Erkrankungen bei Einnahme von Metformin oder Testosteronersatztherapie

Sowohl die Einnahme von Metformin als auch die Testosteronersatztherapie ging bei älteren Männern mit einem geringeren Herz-Kreislauf-Risiko einher, wobei die Risikoreduktion bei Metformin deutlicher war. Weitere Forschung ist nötig, um die Mechanismen besser zu verstehen und den potenziellen Einsatz dieser Therapien über Hypogonadismus und Diabetes hinaus zu beurteilen.

© Alle Rechte: DeutschesGesundheitsPortal / HealthCom