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Darmkrebs
Berufstätigkeit nach Darmkrebs-Operation: Befragung von Patienten
Original Titel:
Navigating work life after colorectal cancer: insights into work ability and functioning - a Danish follow-up study
- Wie häufig Berufstätigkeit nach Darmkrebs-Operation?
- Durch Patienten empfundene Arbeitsfähigkeit?
- Angaben zu Berufstätigkeit: Befragung 12 Monate (n = 474) und 24 Monate (n = 257) nach OP
- Meiste Patienten angestellt und empfanden Arbeits- und Funktionsfähigkeit hoch
- Darmprobleme mit Einfluss auf Lebensqualität mit geringerer Arbeits- und Funktionsfähigkeit assoziiert
DGP – Wissenschaftler aus Dänemark untersuchten die Berufstätigkeit von Patienten nach einer Darmkrebs-Operation. Die meisten Patienten waren 12 und 24 Monate nach der Operation angestellt und berichteten von einer hohen Arbeit- und Funktionsfähigkeit. Darmprobleme standen jedoch mit einer geringeren Arbeit- und Funktionsfähigkeit im Zusammenhang.
Eine Darmkrebs-Diagnose ist ein einschneidendes Erlebnis. Plötzlich verändert sich vieles. Vielen Patienten tut es gut, wenn nach der ersten Behandlung wieder etwas Normalität einkehrt. Dazu zählt auch das Berufsleben. Doch wie viele Betroffene sind nach der Darmkrebs-Operation weiter angestellt und wie nehmen sie ihre Arbeits- und Funktionsfähigkeit wahr? Diesen Fragen gingen Wissenschaftler aus Dänemark nach.
Wie oft sind Menschen nach der Darmkrebs-OP berufstätig und funktional?
Die Wissenschaftler analysierten die Daten von erwachsenen Darmkrebs-Patienten, die sich zwischen Mai 2021 und Mai 2024 einer Darmkrebs-Operation unterzogen hatten und zu dem Zeitpunkt dem Arbeitsmarkt angehörten (keine Erwerbsunfähigkeits- oder Altersrente). Patienten mit einem fortgeschrittenem Darmkrebs (pT4 oder Peritonealkarzinose) wurden aus der Studie ausgeschlossen. Die Wissenschaftler interessierte, ob die Patienten angestellt waren und wie sie ihre Funktionsfähigkeit bei der Arbeit und ihre Arbeitsfähigkeit einschätzten. Die Funktionsfähigkeit bei der Arbeit wurde mit dem WRFQ (Work Role Functioning Questionnaire) erfasst. Hier gaben die Patienten an, wie gut sie ihre Arbeitsaufgaben trotz gesundheitlicher Probleme erfüllen konnten. Um die Arbeitsfähigkeit zu messen, nutzten die Wissenschaftler den WAI (Work Ability Index), bei dem die Patienten ihre aktuelle Arbeitsfähigkeit im Vergleich zu ihrem bisherigen Lebensbestwert auf einer Skala von 0 – 10 bewerteten. Die Wissenschaftler untersuchten mit multivariablen Analysen, welche Faktoren auf dieses Empfinden Einfluss hatten. Die Befragungen fanden nach 12 sowie 24 Monaten nach der Operation statt.
Befragung zur Berufstätigkeit von 474 Darmkrebs-Patienten nach Operation
Die Studienteilnehmer machten 12 Monate (474 Patienten) und 24 Monate (257 Patienten) nach der Operation Angaben zu ihrer Berufstätigkeit. 12 Monaten nach der Operation waren 76,2 % und nach 24 Monaten nach der Operation 78,6 % der Patienten angestellt. Zu beiden Zeitpunkten berichtete etwas mehr als die Hälfte der Patienten (56,1 % nach 12 Monaten und 58,3 % nach 24 Monaten) von einer hohen Funktionsfähigkeit bei der Arbeit. Die meisten Patienten schätzten auch ihre Arbeitsfähigkeit zu beiden Zeitpunkten als hoch ein (80,0 % nach 12 Monaten und 85,6 % nach 24 Monaten).
Die Wissenschaftler suchten nach Faktoren, die mit der Funktionsfähigkeit bei der Arbeit und mit der Arbeitsfähigkeit zusammenhingen. Bei dem Geschlecht, dem Alter und der Krebsart (Dickdarmkrebs oder Enddarmkrebs) war das nicht der Fall, wohl aber bei Darmproblemen. Patienten, die angaben, dass Darmprobleme ihre Lebensqualität etwas oder stark beeinträchtigten, berichteten seltener (65 % seltener nach 12, 60 % seltener ach 24 Monaten) von einer hohe Funktionsfähigkeit bei der Arbeit:
Hohe Funktionsfähigkeit bei der Arbeit in Zusammenhang mit Darmproblemen:
- Nach 12 Monaten: Odds Ratio, OR: 0,35; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,20 – 0,62
- Nach 24 Monaten: OR: 0,40; 95 % KI: 0,18 – 0,86
Das galt auch hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit 12 und 24 Monate nach der Operation, die um 74 – 80 % reduziert war:
- Nach 12 Monaten: OR: 0,26; 95 % KI: 0,15 – 0,46
- Nach 24 Monaten: OR: 0,20; 95 % KI: 0,08 – 0,51
Ein fortgeschritteneres Krebsstadium war ebenfalls mit einer geringeren Arbeitsfähigkeit assoziiert.
Geringere Funktions- und Arbeitsfähigkeit bei Darmproblemen
Die meisten Darmkrebs-Patienten befanden sich 12 bzw. 24 Monate in einem Angestelltenverhältnis und schätzten sowohl ihre Funktionsfähigkeit bei der Arbeit als auch ihre Arbeitsfähigkeit als hoch ein. Patienten, deren Lebensqualität durch Darmprobleme beeinträchtigt wurde, berichteten häufiger von einer geringeren Funktions- und Arbeitsfähigkeit. Diese Symptome sollten in der Nachsorge der Patienten berücksichtigt werden, um sie bei einer dauerhaften Teilhabe am Arbeitsleben zu unterstützen.
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