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Risiko- und Schutzfaktoren bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Original Titel:
Risk factors for inflammatory bowel disease: an umbrella review

Kurz & fundiert

  • Risikofaktoren und Schutzfaktoren bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED)?
  • Umbrella-Review über systematische Reviews mit Metaanalysen
  • Risikofaktoren umfassten u. a. Infektion mit humanem Cytomegalievirus, familiäre CED-Belastung, Parodontalerkrankungen sowie westliche Ernährungsgewohnheiten
  • Wichtige Schutzfaktoren waren Stillen, gesunde Ernährung und körperliche Bewegung
  • Studie liefert Hinweise für Prävention, Therapie und Reduktion der Krankheitslast

 

DGP Ein Umbrella-Review über bestehende Metaanalysen Studie zeigt, welche Erkrankungen, Umweltfaktoren und Lebensstile das Risiko für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen am stärksten beeinflussen und welche Faktoren einen schützenden Effekt besitzen.


Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) bilden eine Gruppe chronischer, idiopathischer Entzündungserkrankungen, die aus komplexen Wechselwirkungen verschiedener biologischer und umweltbedingter Faktoren hervorgehen. Ein aktueller Umbrella-Review über bestehende Metaanalysen hatte zum Ziel, einen umfassenden Überblick über die Evidenzlage zu Risikofaktoren für CED zu liefern.

Risikofaktoren und Schutzfaktoren bei CED?

Für die Analyse wurden wissenschaftliche Datenbanken, darunter PubMed, Embase, Web of Science und die Cochrane Database of Systematic Reviews, jeweils vom Beginn der Datenerfassung bis April 2023 durchsucht. Zwei unabhängige Autoren bewerteten die methodische Qualität der eingeschlossenen Metaanalysen mithilfe des AMSTAR-Instruments zur systematischen Qualitätsprüfung und ordneten die Evidenz nach festgelegten Klassifikationskriterien ein.

Umbrella-Review über systematische Reviews mit Metaanalysen

Insgesamt identifizierte das Forschungsteam 191 verschiedene Risikofaktoren, die in Metaanalysen untersucht wurden, 92 davon zeigten signifikante Zusammenhänge mit CED.

Die 10 wichtigsten Risikofaktoren:

  • Infektion mit humanem Cytomegalievirus (HCMV)
  • Familiäre Vorgeschichte von CED
  • Parodontalerkrankungen
  • Poliomyelitis
  • Infektionen mit Campylobacter-Arten
  • Hidradenitis suppurativa
  • Psoriasis
  • Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung
  • Westliche Ernährungsweise (Western Diet)

Top 10 Schutzfaktoren:

  • Stillen
  • Gesunde Ernährungsweise
  • Obstverzehr
  • Kaffeekonsum
  • Kontakt mit Haustieren
  • Ballaststoffaufnahme
  • Mehr körperliche Aktivität
  • Gemüseverzehr
  • Teekonsum
  • Kontakt mit Nutztieren

Wichtige Erkenntnisse für Prävention und Therapie von CED

Der Umbrella-Review aus China identifizierte somit verschiedene Risiko- und Schutzfaktoren, die überwiegend mit bestehenden Erkrankungen, persönlichen Lebensgewohnheiten und Umweltbedingungen in Verbindung stehen. Laut der Studienautoren liefern die Ergebnisse wichtige Anhaltspunkte für die Entwicklung verbesserter Präventions- und Behandlungsstrategien, welche darauf abzielen, die Inzidenz von CED zu senken, die Krankheitsprogression zu verlangsamen und die globale Krankheitslast zu reduzieren.

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