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Prostatakrebs: Erhöht eine Strahlentherapie das Risiko für Blasen- oder Enddarmkrebs?
Original Titel:
Rates of Secondary Bladder and Rectal Cancers After External Beam Radiation for Prostate Cancer According to Age and D'amico Risk Groups in A Contemporary Cohort
- Erhöht externe Strahlentherapie versus radikale Prostatektomie das Blasen- und Enddarmkrebsrisiko?
- Analyse der Daten von mehr als 250 000 Prostatakrebs-Patienten
- Vergleich zwischen externer Strahlentherapie und radikaler Prostatektomie
- Größeres Risiko für Blasen- und Enddarmkrebs nach externer Strahlentherapie
DGP – Eine externe Strahlentherapie ging im Vergleich zu einer radikalen Prostatektomie mit einem größeren Risiko für Blasen- und Enddarmkrebs einher. Zu diesem Ergebnis kam ein internationales Forscherteam bei der Analyse der Daten von mehr als 250 000 Prostatakrebs-Patienten.
Ein lokal begrenzter Prostatakrebs wird in der Regel mit einer radikalen Prostatektomie oder einer externen Strahlentherapie behandelt. Bei der Strahlentherapie sind auch nahegelegene Organe wie die Blase oder der Enddarm einem Teil der Strahlung ausgesetzt. Ein internationales Forscherteam ging der Frage nach, ob eine externe Strahlentherapie im Vergleich zur radikalen Prostatektomie das Risiko für Blasen- und Enddarmkrebs erhöht.
Erhöht externe Strahlentherapie versus radikale Prostatektomie das Blasen- und Enddarmkrebsrisiko?
Die Wissenschaftler griffen für ihre Analyse auf die Daten von 251 838 Prostatakrebs-Patienten zurück, die zwischen 2004 und 2020 in der SEER-Datenbank gesammelt wurden. Die Patienten hatten sich entweder einer externen Strahlentherapie (110 239 Patienten) oder einer radikalen Prostatektomie (141 599 Patienten) unterzogen. Die Wissenschaftler untersuchten das Risiko für Blasen- und Enddarmkrebs beider Patientengruppen. Zudem untersuchten sie den Einfluss des Diagnosejahres: moderne Behandlung (2012 – 2020) vs. frühere Behandlung (2004 – 2011).
Wissenschaftler analysierten die Daten von mehr als 250 000 Prostatakrebs-Patienten
Im Vergleich zu Patienten nach Prostatektomie erkrankten Patienten nach externer Strahlentherapie innerhalb von 10 Jahren etwa doppelt so häufig an Blasenkrebs (0,9 % vs. 1,9 %) und an Enddarmkrebs (0,8 % vs. 1,5 %). Multivariable Analysen zeigten, dass eine externe Strahlentherapie mit einem höheren Risiko sowohl für Blasenkrebs (Hazard Ratio, HR: 1,5; 95 % Konfidenzintervall, KI: 1,3 – 1,6; p < 0,001) als auch für Enddarmkrebs (HR: 1,4; 95 % KI: 1,2 – 1,5; p < 0,001) einherging. In einer Subgruppenanalyse stellten die Wissenschaftler fest, dass bei Patienten mit moderner Behandlung die Unterschiede bezüglich der Enddarmkrebs-Inzidenz zwischen Operation und Strahlentherapie geringer waren als bei Patienten mit früherer Behandlung. Dies galt hingegen nicht für das Risiko von Blasenkrebs.
Häufiger Blasen- und Enddarmkrebs nach externer Strahlentherapie
Im Vergleich zur radikalen Prostatektomie ging eine externe Strahlentherapie mit einem größeren Risiko sowohl für Blasenkrebs als auch für Enddarmkrebs einher. Bei Patienten, die sich nach 2011 der Behandlung unterzogen hatten, war der Unterschied bezüglich des Enddarmkrebs-Risikos geringer als bei Patienten, die zu einem früheren Zeitpunkt behandelt wurden.
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