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Endometriose
Ultraschall-geleitete Sklerotherapie versus OP bei Endometrioma
Original Titel:
Ultrasound-guided ethanol sclerotherapy versus laparoscopic surgery for endometriomas: a randomized clinical trial in a real-world setting
- Wirksamkeit Ultraschall-geleiteter alkoholischer Sklerotherapie vs. Laparoskopie
- Randomisierte klinische Multizentren-Studie in Spanien mit 167 Patientinnen
- Minimal-invasive Sklerotherapie sichere und wirksame Option
DGP – Eine Ultraschall-geleitete alkoholische Sklerotherapie stellt nach einer Multizentren-Studie in Spanien eine sichere und kosteneffiziente Alternative zur laparoskopischen Zystektomie zur Behandlung von Endometrioma dar. Die minimal-invasive Methode war demnach in ihrer Wirksamkeit vergleichbar zur operativen Behandlung, mit Blick auf wiederkehrende Endometrioma und Schmerzlinderung.
Endometrioma der Ovarien betreffen weltweit nach aktuellen Schätzungen etwa 6 % der Frauen in fortpflanzungsfähigem Alter. Betroffene Frauen leiden häufig unter chronischem Schmerz, unerfülltem Kinderwunsch und beeinträchtigter Lebensqualität. Operative Behandlungen waren lange Zeit der zentrale Ansatz. Mittlerweile sind neben medikamentösen Behandlungen auch minimal invasive Methoden bedeutsame Elemente der Therapie. Eine solche Methode ist die Ultraschall-geleitete Aspiration und Sklerotherapie.
Wirksamkeit Ultraschall-geleiteter alkoholischer Sklerotherapie vs. Laparoskopie
Wissenschaftler untersuchten nun die Wirksamkeit der Ultraschall-geleiteten alkoholischen Sklerotherapie im Vergleich zur laparoskopischen Zystektomie zum Management von ovariellen Endometrioma. Dabei legten sie den Fokus auf Komplikationen, Wiederauftreten von Endometrioma, Schmerzlinderung und Kosten für das Gesundheitssystem. Die Untersuchung wurde als multizentrische, randomisierte klinische Studie über 20 Behandlungszentren in Spanien durchgeführt.
Frauen zwischen 18 und 40 Jahren mit ovariellen Endometrioma der Größen 35 – 100 mm wurden zwischen Juni 2018 und Juni 2022 zur Teilnahme gewonnen. Die Patientinnen erhielten randomisiert entweder eine Ultraschall-geleitete Aspiration mit Ethanol-Sklerotherapie oder eine laparoskopische Zystektomie. Komplikationen schätzten die Autoren gemäß der Clavien-Dindo-Klassifizierung ein. Schmerzen erfasste die Studie anhand eines ‘Schmerzlineals‘, der visuellen Analogskala (VAS) vor sowie 6 Monate nach der Behandlung. Ein Wiederauftreten ermittelten die Autoren, wenn eine zystische Läsion an der behandelten Stelle erneut erfasst wurde.
Randomisierte klinische Multizentren-Studie in Spanien mit 167 Patientinnen
Insgesamt wurden 167 Frauen untersucht, mit abschließender Behandlung 158 Patientinnen (Sklerotherapie: n = 84; Zystektomie: n = 74). Die vollständige Auswertung konnte über Daten von 92 Frauen (Sklerotherapie: n = 57; Zystektomie: n = 37) durchgeführt werden.
Komplikationen traten in beiden Gruppen im Schnitt bei 12 % der Frauen auf und hatten typischerweise nur die Grade I – II. In der Laparoskopie-Gruppe wurden jedoch Komplikationen des Grades III bei 4,1 % der Frauen dokumentiert.
Die Gruppen hatten eine ähnliche Rate von wiederkehrenden Zysten (Laparoskopie: 25,7 %; Sklerotherapie: 22,8 %; p = 0,16). Schmerzlinderung oder vollständiges Auflösen der Schmerzen erreichten 89,1 % der Frauen in der Sklerotherapie-Gruppe und 65,7 % der Frauen mit laparoskopischer Operation (p = 0,05). Die Kosten der Sklerotherapie waren zudem signifikant niedriger (472 € vs. 2 128 €; p < 0,001).
Minimal-invasive Sklerotherapie sichere und wirksame Option
Die Autoren schließen, dass eine Ultraschall-geleitete alkoholische Sklerotherapie eine sichere und zumindest in Spanien kosteneffiziente Alternative zur laparoskopischen Zystektomie zur Behandlung von Endometrioma darstellt. Die minimal-invasive Methode war demnach in ihrer Wirksamkeit vergleichbar zur operativen Behandlung, mit Blick auf wiederkehrende Endometrioma und Schmerzlinderung.
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