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DGTI appelliert: Blutgruppe 0 regelmäßig spenden – aber auch alle anderen Blutgruppen werden gebraucht
Weltblutspendetag am 14. Juni
Köln – Die Blutgruppe 0 spielt in der Notfallmedizin eine besondere Rolle. Menschen mit Blutgruppe 0 negativ gelten als sogenannte Universalspender, weil ihre roten Blutkörperchen im Ernstfall nahezu allen Patientinnen und Patienten transfundiert werden können. Gerade bei schweren Unfällen oder Notoperationen, wenn die Blutgruppe der Betroffenen noch nicht bestimmt werden kann, kommen diese Blutkonserven zum Einsatz. Anlässlich des Weltblutspendetags am 14. Juni weist die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie e. V. (DGTI) deshalb auf die hohe Bedeutung regelmäßiger Blutspenden hin. Die Fachgesellschaft betont zugleich: Für eine sichere Versorgung werden Spenden aller Blutgruppen benötigt.
Blutkonserven mit Blutgruppe 0 negativ gehören zu den wichtigsten Reserven in Kliniken. Sie werden vor allem dann eingesetzt, wenn keine Zeit bleibt, die Blutgruppe von Patientinnen und Patienten zu bestimmen. „Blutgruppe 0 negativ ist ein zentraler Bestandteil der Notfallversorgung. Ohne diese Blutkonserven könnten viele Patientinnen und Patienten in akuten Situationen nicht rechtzeitig behandelt werden“, erklärt Professorin Dr. med. Kristina Hölig, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie e. V. (DGTI) und Bereichsleiterin für Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden.
Die Blutgruppe 0 wird deshalb häufiger verbraucht, als es ihrem Anteil in der Bevölkerung entspricht. Besonders betroffen ist die Blutgruppe 0 negativ, die vergleichsweise selten vorkommt. Gleichzeitig lassen sich Blutprodukte nur begrenzt lagern. Rote Blutkörperchen sind meist maximal 42 Tage haltbar. Deshalb müssen die Vorräte kontinuierlich erneuert werden.
Regelmäßige Blutspenden verhindern Engpässe
Nach Angaben der DGTI werden in Deutschland täglich tausende Blutkonserven benötigt. Sie kommen unter anderem bei Operationen, Krebstherapien, schweren Verletzungen oder Geburten mit hohem Blutverlust zum Einsatz. Gerade in Ferienzeiten oder während längerer Feiertage sowie im Sommer gehen die Spendenzahlen häufig zurück.
„Viele Menschen verbinden Blutspenden mit Katastrophen oder großen Unglücken. Tatsächlich werden Blutkonserven aber jeden Tag gebraucht“, sagt Hölig. „Deshalb ist regelmäßiges Spenden entscheidend – insbesondere bei Menschen mit Blutgruppe 0. Gleichzeitig benötigen wir selbstverständlich auch alle anderen Blutgruppen, um Patientinnen und Patienten sicher versorgen zu können.“
Nach Schätzungen spendet bislang nur ein kleiner Teil der Bevölkerung regelmäßig Blut. Dabei könne grundsätzlich jede gesunde Person ab 18 Jahren Blut spenden.
Blutspenden rettet Leben
Die DGTI ruft anlässlich des Weltblutspendetags dazu auf, Blutspenden als festen Bestandteil gesellschaftlicher Verantwortung zu verstehen. „Jede Blutspende kann Leben retten. Wer regelmäßig spendet, hilft mit, dass Kliniken auch im Notfall schnell handeln können“, betont Hölig.
Faktencheck Blutspende:
- Blut spenden kann grundsätzlich jede gesunde Person ab dem 18. Lebensjahr.
- Spendende müssen über 50 Kilogramm wiegen und sich gesund fühlen.
- Vor der Blutspende sollte man ausreichend essen und trinken.
- Für eine Vollblutspende braucht man nur etwa 45-60 Minuten Zeit. Die reine Blutentnahme dauert nur ca. 10 Minuten. Dabei werden 500 ml Blut sowie eine Probe für die Untersuchung des Blutes im Labor entnommen.
- Nach Ausfüllen eines Fragebogens zum aktuellen Gesundheitszustand werden Blutdruck, Körpertemperatur und Hämoglobinwert bestimmt.
- In einem vertraulichen ärztlichen Gespräch wird die Spendentauglichkeit festgestellt.
- Nach der Blutentnahme gibt es eine Ruhepause und einen Snack zur Stärkung.
- Männer dürfen innerhalb von 12 Monaten bis zu sechs Vollblutspenden leisten, Frauen bis zu vier.
- Der Abstand zwischen zwei Vollblutspenden muss mindestens 56 Tage betragen, damit der Körper Zeit hat, den Blutverlust wieder auszugleichen.
- Blutspenden sind bei mobilen Aktionen in der Region oder bei einem Blutspende-Institut möglich.