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Hypomethylierende Wirkstoffe plus Venetoclax: Auch denkbar für Jüngere mit AML

Original Titel:
Hypomethylating agents plus venetoclax in younger acute myeloid leukemia: Meta-analysis of a shifting treatment paradigm

Kurz & fundiert

  • Hypomethylierende Wirkstoffe plus Venetoclax: Auch bei Jüngeren mit AML?
  • Kombination bisher üblich bei Patienten, die zu unfit für eine intensive Chemotherapie sind
  • Systematischer Review mit Metaanalyse über 8 Studien
  • Hohe Ansprechraten, häufige Resterkrankungs-Negativität und häufig Stammzelltransplantation im Anschluss
  • Prospektive randomisierte Studien wünschenswert

 

DGP Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 8 Studien fand, dass auch bei jüngeren Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) eine Behandlung mit hypomethylierenden Wirkstoffen plus Venetoclax vorteilhaft sein kann. Diese Behandlung erreichte hohe Ansprechraten, häufige Resterkrankungs-Negativität und häufig eine hämatopoietische Stammzelltransplantation im Anschluss. Damit könnte diese Kombination eine effektive Induktionsstrategie bei ausgewählten jüngeren AML-Patienten darstellen und sollte in prospektiven Studien geprüft werden.


Bei jüngeren, fitten Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) wird standardmäßig eine intensive Chemotherapie gefolgt von einer Konsolidierung oder einer allogenen hämatopoietischen Stammzelltransplantation eingesetzt. Ein neuerer Ansatz umfasst stattdessen hypomethylierende Wirkstoffe plus Venetoclax, ein selektiver Inhibitor des antiapoptotischen Proteins BCL‐2.
Diese Kombination fördert Apoptose in leukämischen Blasten und erwies sich als sehr effektiv mit hohen Raten eines schnellen und tiefen Ansprechens. Bislang wurde die Methode speziell bei Patienten eingesetzt, die zu unfit für eine intensive Chemotherapie waren.

Hypomethylierende Wirkstoffe plus Venetoclax: Auch bei Jüngeren mit AML?

Wissenschaftler führten nun einen systematischen Review mit Metaanalyse durch, um zu ermitteln ob auch jüngere Patienten mit AML von der Kombination eines hypomethylierenden Wirkstoffs plus Venetoclax profitieren. Der systematische Review ermittelte relevante Studien aus den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken Medline und Cochrane Library mit Veröffentlichungsdaten bis Februar 2026. Berücksichtigt wurden Studien zur Behandlung von AML bei Patienten im durchschnittlichen Alter von unter 70 Jahren. Primär betrachtete Behandlungsergebnisse waren die Rate einer vollständigen Remission (CR/CRi), kein Nachweis einer messbaren Resterkrankung (measurable residual disease negativity), das Gesamtüberleben über 1 Jahr, das ereignisfreie Überleben über 1 Jahr sowie die Rate an hämatopoietischen Stammzelltransplantationen.

Systematischer Review mit Metaanalyse über 8 Studien

Die Metaanalyse umfasste 8 Studien, darunter 2 randomisiert-kontrollierte Studien, 2 klinische Studien der Phase 2 und 4 Real-World-Studien mit Daten aus der Alltagspraxis. Insgesamt betrachtete die Analyse 429 Patienten im durchschnittlichen Alter von 54 Jahren. Die Rate der vollständigen Remission betrug 66 % (95 % Konfidenzintervall, KI: 48 – 85 %), wobei 69 % keine nachweisbare Resterkrankung aufwiesen (95 % KI: 49 – 90 %). Das Gesamtüberleben über 1 Jahr betrug 75 % (95 % KI: 63 – 86 %) und übertraf damit Kohorten aus verschiedenen Datenbanken mit einer Gesamtüberlebensrate von 62 % über 1 Jahr. Die Rate ereignisfreien Überlebens über 1 Jahr betrug 59 % (95 % KI: 53 – 65 %), mit nur geringer Heterogenität zwischen den betrachteten Studien. Insgesamt wurde bei 66 % der Patienten erfolgreich eine hämatopoietische Stammzelltransplantation anschließend an die Kombinationstherapie durchgeführt. Weitere Analysen deuteten auf einen Trend zu verbessertem ereignisfreien und Gesamtüberleben in Studien, in denen Decitabin statt Azacitidin eingesetzt wurde.

Hohe Ansprechraten, häufige Resterkrankungs-Negativität und häufig Stammzelltransplantation im Anschluss

Die Autoren schließen, dass es auch bei jüngeren Patienten mit AML vorteilhaft sein kann, eine Behandlung mit hypomethylierenden Wirkstoffen plus Venetoclax durchzuführen. Diese Behandlung erreichte hohe Ansprechraten, häufige Resterkrankungs-Negativität und ein substanzieller Anteil der Patienten konnte anschließend erfolgreich mit einer hämatopoietischen Stammzelltransplantation behandelt werden. Damit könnte diese Kombination eine effektive Induktionsstrategie bei ausgewählten jüngeren Patienten darstellen. Prospektive randomisierte Studien sollten diesen Ansatz gezielt prüfen.

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