Das GesundheitsPortal für innovative Arzneimittel, neue Therapien und neue Heilungschancen
Langzeitfolgen: Höheres Diabetes-Risiko nach Coronavirus-Infektion
Original Titel:
New-onset diabetes mellitus post COVID-19 infection: a systematic review and meta-analysis
- COVID-19: Risiko für Diabetes?
- Risiko für neu auftretenden Diabetes mellitus nach Coronavirus-Infektion versus Kontrollen
- Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von 12 Studien, über 48 Millionen Studienteilnehmer
- 41 % erhöhtes Risiko für neu auftretenden Diabetes nach COVID-19
- Typ-2-Diabetes häufiger als Typ-1-Diabetes
- Überwachung des Blutzuckerspiegels nach COVID-19 sinnvoll, besonders bei hospitalisierten oder intensivpflichtigen Patienten
DGP – Eine aktuelle Metaanalyse mit über 48 Millionen Studienteilnehmern zeigt, dass eine Coronavirus-Infektion mit signifikant höherem Risiko für neu auftretenden Diabetes mellitus einhergeht. Besonders gefährdet waren demnach Erwachsene und Menschen mit schweren COVID-19-Krankheitsverläufen. Die Ergebnisse sprechen für eine gezielte Nachsorge.
Die COVID-19-Pandemie hat nicht nur akute gesundheitliche Herausforderungen mit sich gebracht, sondern auch langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit der Betroffenen. Besonders im Fokus steht dabei die Frage, ob eine COVID-19-Infektion das Risiko für Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes erhöht, eine Fragestellung, die für Prävention und Nachsorge von zentraler Bedeutung ist. Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse aus Australien hatte das Ziel, das relative Risiko für neu aufgetretenen Diabetes mellitus (NODM) bei Menschen mit COVID-19 im Vergleich zu nicht infizierten Menschen zu bestimmen.
Vergleich von Menschen nach COVID-19 mit Kontrollgruppe ohne COVID-19
Für die Analyse wurden die Datenbanken PubMed, Medline, Embase und Scopus systematisch nach geeigneten Kohortenstudien durchsucht. Diese Studien verglichen die Inzidenz von NODM bei COVID-19-Patieten mit einer Kontrollgruppe ohne COVID-19. Die Auswertung erfolgte mithilfe einer Metaanalyse mit zufälligen Effekten, um das relative Risiko für NODM nach einer COVID-19-Infektion zu berechnen.
Diabetesrisiko nach COVID-19 um 41 % erhöht
Insgesamt wurden 12 Studien mit mehr als 48 Millionen Studienteilnehmern in die Analyse einbezogen. Das Risiko nach einer COVID-19-Infektion an NODM zu erkranken, lag um 41 % höher als in der Kontrollgruppe (relatives Risiko, RR: 1,41; 95 % Konfidenzintervall, KI: 1,07 – 1,84). In den Subgruppenanalysen wurde festgestellt, dass Typ-2-Diabetes häufiger auftrat als Typ-1-Diabetes. Zudem war das Risiko für NODM bei Erwachsenen und bei Menschen mit schweren COVID-19-Verläufen erhöht.
Blutzuckerspiegel nach schweren COVID-19-Verläufen überwachen
Laut der Studienautoren ist eine COVID-19-Infektion mit einem signifikant höheren Risiko für neu auftretenden Diabetes verbunden. Vor diesem Hintergrund wird empfohlen, nach einer COVID-19-Infektion, besonders bei Erwachsenen, die hospitalisiert oder intensivmedizinisch behandelt wurden, eine engmaschige Überwachung des Blutzuckerspiegels durchzuführen, um mögliche Diabetes-Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
© Alle Rechte: DeutschesGesundheitsPortal / HealthCom