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Adipositas und Über­gewicht im Vor­schul­alter: Daten aus Schul­eingangs­unter­suchungen bis auf Land­kreis­ebene abrufbar

In den Schuleingangsunter­suchungen werden u. a. Messdaten zu Körper­größe und -gewicht von Vorschul­kindern erhoben. Daraus werden Kenn­zahlen für Über­gewicht und Adipositas bestimmt, die für die Gesundheits­bericht­erstattung der Länder aggregiert auf Kreis­ebene ausge­wiesen werden. Im Rahmen des Projekts AdiRaum 2.0 haben Forschende des RKI die auf Land­kreis­ebene aggregierten Daten der Einschulungs­jahre 2006 bis 2024 aus 13 Bundes­ländern zusammen­getragen. Die Auswertungen beruhen auf Daten von rund 4,3 Millionen Kindern zwischen 4 und 7 Jahren. Ein weiteres Projektziel war, diese Daten mit öffentlich verfügbaren Daten zur Siedlungs­struktur und sozio­ökonomischen Faktoren der Kreise zu verknüpfen.

Auf einem neuen Dashboard werden auf Basis der Daten des AdiRaum 2.0-Projekts die Übergewichts- und Adipositas­prävalenzen von Vorschulkindern auf Landkreis­ebene und nach verschiedenen sozialräumlichen Faktoren dargestellt. Die Daten dienen außerdem als Grundlage für den Indikator „Adipositas und Übergewicht bei Vorschul­kindern“, der im Webportal der Gesundheits­bericht­erstattung des Bundes erschienen ist.

Die Ergebnisse wurden jetzt im Journal of Health Monitoring veröffentlicht: Im Zeitraum von 2006 bis 2024 waren je nach Einschulungs­jahr zwischen 8,6 % und 13,4 % der Kinder von Übergewicht (einschließlich Adipositas) betroffen, die Adipositas­prävalenz lag zwischen 3,7 % und 5,9 %. Je höher die sozio­ökonomische Benachteiligung eines Landkreises war, desto häufiger waren Übergewicht und Adipositas bei den Kindern zu beobachten. Präventive Maßnahmen sollten daher auch die gesundheitliche Ungleichheit im Kindes­alter in den Blick nehmen und reduzieren, so die Forschenden.

Weitere Themen im Journal of Health Monitoring im Juli sind Trends und Komorbiditäten bei Menschen mit Herzinfarkt zwischen 1985 und 2023 aus dem Herzinfarkt­register Augsburg, sowie die bereits veröffentlichten Beiträge zum Cannabiskonsum junger Menschen nach der Teil­legalisierung und zur psychischen Gesundheit geflüchteter Menschen aus der Ukraine im Vergleich mit anderen Bevölkerungs­gruppen in Deutschland.