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Leukämie

Thromboserisiko bei ALL – Metaanalyse zu Inzidenz und Risikofaktoren

Original Titel:
Thrombosis-Associated Risk Factors in Pediatrics and Adults Treated with Asparaginase-Containing Chemotherapy for ALL: A Systematic Review and Meta-Analysis

Kurz & fundiert

  • Thromboembolien bei akuter lymphatischer Leukämie (ALL): Welche Risikofaktoren sind relevant?
  • Asparaginase-basierte Chemotherapie mit Thrombosen als bekannte Toxizität
  • Systematischer Review mit Metaanalyse über 58 Studien
  • Multifaktorielles Risiko: Blutgruppe, Erwachsene und ältere Kinder, Kinder mit Übergewicht

 

DGP Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 58 Studien fand, dass das Thromboserisiko bei akuter lymphatischer Leukämie (ALL) mit Asparaginase-basierter Therapie multifaktoriell ist. Erwachsene und ältere Kinder hatten ein höheres Risiko. Besonders vulnerabel waren pädiatrische Patienten mit Übergewicht oder Adipositas, mediastinaler Masse und anderen als Blutgruppe Null. Für diese Gruppen wäre eine Thromboprophylaxe entsprechend sinnvoll, schließen die Autoren.


Thromboembolien stellen ernste Komplikationen bei akuter lymphatischer Leukämie (ALL) dar. Speziell steht die Asparaginase-basierte Chemotherapie in Zusammenhang mit Thrombosen als möglicher Toxizität. Daher ist es wichtig, Risikofaktoren gut zu verstehen, um bei besonders vulnerablen Patienten gezielt das Risiko mit Hilfe einer Prophylaxe zu senken.

Thromboembolien bei akuter lymphatischer Leukämie (ALL) und Asparaginase-Chemo: Welche Risikofaktoren sind relevant?

Wissenschaftler führten nun einen systematischen Review mit Metaanalyse durch, um die Häufigkeit von Thrombosen (Inzidenz) und Risikofaktoren dafür in unterschiedlichen Patientengruppen in Asparaginase-basierter Therapie von ALL zu untersuchen.

Die systematische Recherche ermittelte relevante klinische Studien oder beobachtende Kohortenstudien aus den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken Ovid MEDLINE, Embase, Cochrane CENTRAL, PubMed Central und Google Scholar. Als Faktoren, die das Risiko beeinflussten, erfassten die Autoren Studiendesign, spezifische Formulierung der Asparaginase-Behandlung, Immunphänotyp, Geschlecht, Behandlungsphase, Einsatz von Kortikosteroiden, mediastinale Masse, Blutgruppe, Körpergewicht und Alter der Patienten.

Systematischer Review mit Metaanalyse über 58 Studien

Die Metaanalyse schloss 58 Studien bis 2026 ein, mit insgesamt 23 655 Patienten in erwachsenen, pädiatrischen und gemischten Gruppen. Bei Erwachsenen wurde eine signifikant höhere Thromboserate als bei Kindern festgestellt (p < 0,0001). Studiendesign, Asparaginase-Formulierung, Immunphänotyp und Behandlungsphase unterschieden sich signifikant zwischen den Altersgruppen (p < 0,0001). Bei einer T-Zellen-ALL wurde eine signifikant höhere Thromboserate gesehen als bei einer B-Zellen-ALL (p < 0,0001). Signifikante pädiatrische Risikofaktoren waren ein Alter ab 10 Jahren, mediastinale Masse, eine andere als Blutgruppe Null und Übergewicht oder Adipositas (alle p ≤ 0,0004). Das Geschlecht und die Nutzung von Kortikosteroiden standen hingegen nicht in signifikantem Zusammenhang mit dem Risiko. Allerdings bestand eine substanzielle Heterogenität zwischen den Studien, berichteten die Autoren.

Multifaktorielles Risiko: Blutgruppe, Erwachsene und ältere Kinder, Kinder mit Übergewicht

Demnach ist das Thromboserisiko bei ALL mit Asparaginase-basierter Therapie multifaktoriell. Erwachsene und ältere Kinder hatten ein höheres Risiko. Besonders vulnerabel waren pädiatrische Patienten mit Übergewicht oder Adipositas, mediastinaler Masse und einer anderen als Blutgruppe Null. Für diese Gruppen wäre eine Thromboprophylaxe entsprechend sinnvoll, schließen die Autoren.

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