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Welche Faktoren begünstigen eine Anämie bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn?

Original Titel:
Risk factors of inflammatory bowel disease complicating anemia: A systematic review and meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Risikofaktoren für Anämie (Blutarmut) bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen?
  • Systematischer Review mit Metaanalyse, 14 Studien mit insgesamt 111 940 Studienteilnehmern
  • Höheres Lebensalter, Rauchen und aktive Erkrankung mit erhöhtem Risiko für Anämie verbunden
  • Wichtige Risikofaktoren: Erhöhte Entzündungswerte (C-reaktives Protein) und niedrige Albuminwerte
  • Höchstes Anämierisiko bei schwerem Krankheitsverlauf, mit Entzündung tief in der Darmwand

 

DGP Eine Metaanalyse identifizierte mehrere Risikofaktoren für Anämie (Blutarmut) bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Besonders eine aktive Erkrankung, Rauchen, erhöhte Entzündungswerte, niedrige Albuminspiegel und ein penetrierender Krankheitsverlauf waren mit einem erhöhten Risiko für eine Anämie verbunden.


Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) können durch eine Anämie kompliziert werden, verbunden mit einer ungünstigeren Krankheitsprognose und einer verminderten Lebensqualität. Welche Faktoren das Risiko für das Auftreten einer Anämie bei Menschen mit CED erhöhen, ist bislang jedoch nicht eindeutig geklärt.

Das Ziel einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse war es daher, Risikofaktoren für Anämie bei Menschen mit CED zu untersuchen und eine wissenschaftliche Grundlage für die klinische Praxis bereitzustellen. Der systematische Review ermittelte relevante Studien in den Datenbanken PubMed, Web of Science, Embase, Cochrane Library, CNKI, Wanfang Data, Cqvip und SinoMed bis zum 1. Dezember 2024.

Systematischer Review aus China mit Metaanalyse über insgesamt 14 Studien

In die Metaanalyse wurden 14 Studien mit insgesamt 111 940 Studienteilnehmern eingeschlossen. Die Auswertung identifizierte 6 signifikante Risikofaktoren für das Auftreten einer Anämie bei Menschen mit CED. Hierzu zählten ein höheres Lebensalter (Odds Ratio, OR: 1,07), Raucher zu sein (OR: 1,88) sowie eine aktive Krankheitsphase (OR: 2,11). Darüber hinaus waren erhöhte Konzentrationen des C-reaktiven Proteins mit einem erhöhten Risiko verbunden, sowohl bei Colitis ulcerosa (OR: 2,20) als auch bei Morbus Crohn (OR: 2,06). Niedrige Albuminspiegel stellten ebenfalls einen Risikofaktor dar und waren sowohl bei Colitis ulcerosa (OR: 0,78) als auch bei Morbus Crohn (OR: 0,88) mit dem Auftreten einer Anämie assoziiert. Das am stärksten erhöhte Risiko zeigte sich bei einem penetrierenden Krankheitsverhalten (B3; OR: 6,08), einem schweren Krankheitsverlauf bei Morbus Crohn, bei dem die Entzündung die Darmwand durchdringen und beispielsweise Fisteln oder Abszesse verursachen kann.

Frühe Risikoerkennung könnte Versorgung von Menschen mit CED und Anämie verbessern

Die Ergebnisse der Metaanalyse zeigen, dass verschiedene Krankheitsmerkmale und Laborwerte mit einem erhöhten Risiko für Anämie bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen verbunden sind. Werden diese Risikofaktoren früh erkannt, könnten Betroffene frühzeitig identifiziert, engmaschiger überwacht und gezielt behandelt werden. So könnte die Versorgung von Menschen mit CED und erhöhtem Anämierisiko langfristig verbessert werden, so das Resümee der Studienautoren.

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