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Corona

Häufiger Schilddrüsen-Antikörper und aggressivere Verläufe nach COVID-19

Original Titel:
Autoimmune Thyroid Diseases After COVID-19 Infection: A Systematic Review of Clinical Manifestation and Outcomes.

Kurz & fundiert

  • Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse: Beeinflusst durch COVID-19?
  • Systematischer Review mit Metaanalyse über 46 Studien
  • Häufiger Schilddrüsen-Antikörper und aggressivere Verläufe nach COVID-19

 

DGP Eine Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 und die Erkrankung COVID-19 sind mögliche Auslöser für Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse und tragen womöglich zu schwereren Verläufen von Morbus Basedow bei. Dies fand ein systematischer Review mit Metaanalyse über 46 Studien, besonders bei mittelschwerem oder schwerem COVID-19. Demnach könnte nach der Erholung von COVID-19 eine Überprüfung der Schilddrüsenfunktion, besonders bei Risikogruppen, sinnvoll sein, um Autoimmunerkrankungen rechtzeitig effektiv behandeln zu können.


Studien zeigen zunehmend, dass die Erkrankung COVID-19 nach Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 Autoimmunerkrankungen auslösen oder verstärken kann. Dies kann auch immunvermittelte Störungen der Schilddrüse betreffen. Die häufigsten Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse sind der Morbus Basedow (Graves Erkrankung) und die Hashimotos Thyreoditis. Wissenschaftler untersuchten nun, ob sich COVID-19 auf diese Erkrankungen auswirkt.

Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse: Beeinflusst durch COVID-19?

Der systematische Review mit Metaanalyse ermittelte Studien in den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken Scopus, Web of Science und PubMed mit Veröffentlichung zwischen Januar 2020 und Dezember 2025. Die Analyse betrachtete Evidenz zur Präsentation von Autoimmun-Schilddrüsenerkrankungen, Laborwerten und Verläufen nach COVID-19.

Systematischer Review mit Metaanalyse über 46 Studien

Die Metaanalyse umfasste insgesamt 46 Studien (5 Kohortenstudien, 41 Fallberichte oder Fallserien) mit zusammen 3 856 Patienten. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Zunahme des Nachweises von Schilddrüsen-Antikörpern (TPOAb) nach COVID-19 (COVID-19: 15,7 % vs. Kontrollen: 7,7 %). Bei neu-auftretenden Fällen von Morbus Basedow nach COVID-19 wurden höhere Verhältnisse von fT3/fT4 festgestellt, zudem kam es zu aggressiveren Thyrotoxikosen im Vergleich zu Fällen, die nicht in Zusammenhang zu COVID-19 standen. Selten traten außerdem schwere Manifestationen auf.

Häufiger Schilddrüsen-Antikörper und aggressivere Verläufe nach COVID-19

Die Autoren schließen, dass die Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 und COVID-19 ein möglicher Auslöser für eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse ist und zu schwereren Verläufen von Morbus Basedow beitragen kann. Dies traf besonders bei mittelschweren oder schweren COVID-19-Erkrankungen zu. Allerdings muss dieser mögliche Zusammenhang mit kontrollierten, prospektiven Studien geprüft werden. Die Standardbehandlung blieb wirksam, aber die Studie deutet an, dass nach der Erholung von COVID-19 eine Überprüfung der Schilddrüsenfunktion sinnvoll sein könnte, um die Erkrankung rechtzeitig effektiv behandeln zu können.

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