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Jährliche Auffrischung: Grippeimpfung in der Apotheke schützt nicht nur Geimpfte

Hamburg. Die Grippesaison steht in den Startlöchern. Für die meisten Menschen verläuft eine Infektion ohne schwerwiegende Folgen. Für Patienten mit gesundheitlichen Risikofaktoren wie zum Beispiel ältere Personen kann eine Erkrankung jedoch ernsthafte und mitunter lebensbedrohliche Folgen haben. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden während der vergangenen Grippesaison durch Labortests mehr als 235.000 Erkrankungen in Deutschland bestätigt. Etwa ein Viertel der Patienten wurde im Krankenhaus behandelt. Knapp 2.000 Erkrankte verstarben, von denen 95 Prozent mindestens 60 Jahre alt waren. Die Ständige Impfkommission empfiehlt deshalb Risikopatienten, die Grippeimpfung jedes Jahr im Herbst auffrischen zu lassen. Die Impfung zählt zu den wichtigsten Möglichkeiten, sich selbst und andere Personen zu schützen, die möglicherweise nicht geimpft sind. Sie lässt sich in vielen Apotheken vor Ort unkompliziert und fachgerecht durchführen.

Rechtzeitig impfen lassen

Eine Virusgrippe, medizinisch Influenza genannt, macht sich typischerweise durch ein plötzlich einsetzendes, deutliches Krankheitsgefühl sowie hohes Fieber und Kopf-, Hals- oder Gliederschmerzen bemerkbar. Häufig treten auch starker Husten und Erschöpfung auf. Mit steigendem Alter der Patienten nimmt die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs mit erheblichen Folgeschäden zu. Dazu zählen Lungenentzündung und Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall verursachen oder begünstigen können. In einzelnen Fällen sind auch Entzündungen des Gehirns oder des Herzmuskels möglich. Eine Grippeimpfung in der Apotheke oder Arztpraxis kann schwere Erkrankungen häufig verhindern. Da sich die Auslöser der Grippe, Influenzaviren, immer wieder verändern und anpassen, sollte der Impfschutz jährlich erneuert werden. Nach der Impfung kann es bis zu zwei Wochen dauern, bis der Körper geschützt ist. Impfwillige sollten sich daher möglichst bis Mitte Dezember impfen lassen. Zu diesem Zeitpunkt hat die Grippewelle ihren Höhepunkt meist noch nicht erreicht. Wurde die Impfung zuvor versäumt, kann sie aber auch im Januar oder Februar nachgeholt werden.

Einfache, wohnortnahe Grippeprävention

In der Grippesaison 2025/2026 haben Apotheken rund 218.000 gesetzlich Versicherte gegen Grippe geimpft. Wer sich dort impfen lassen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein. Zum Einstieg erläutert der Apotheker dem Patienten alle wesentlichen Fragen und kontrolliert, ob im individuellen Fall medizinische Gründe gegen eine Impfung sprechen. Apotheker, die Impfungen durchführen, verfügen über eine spezielle Schulung und Zertifizierung. Die Impfung findet unter strengen hygienischen Bedingungen und in dafür geeigneten Räumen statt. Im Anschluss wird ein entsprechender Nachweis ausgestellt, der in der Regel gleich in den Impfpass eingetragen wird. Die Impfung in der Apotheke vor Ort ist eine unkomplizierte, wohnortnahe Möglichkeit zum Grippeschutz, die ebenso sicher ist wie eine Impfung in der Arztpraxis. Bundesweit führen etwa 1.700 Apotheken Grippeimpfungen durch. Interessierte können sich in ihrer Apotheke erkundigen, ob diese impft, und im Idealfall einen Termin vereinbaren. Weitere Apotheken mit Impfangebot lassen sich bequem auf der neuen Website www.die-apotheken.de finden.

Wer 60 oder älter ist, sollte sich impfen lassen

Zu den Personen, denen die Ständige Impfkommission eine Grippeimpfung empfiehlt, gehören unter anderem Menschen ab 60 Jahren. Hinzu kommen Angehörige weiterer Risikogruppen wie Patienten mit chronischen Erkrankungen, beispielsweise der Atmungsorgane, der Leber, der Nieren oder des Herz-Kreislauf-Systems, sowie Diabetiker. Ebenfalls dazu zählen Schwangere ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft oder bereits ab Beginn der Schwangerschaft, wenn eine risikobehaftete Grunderkrankung besteht. Die Empfehlung gilt zudem für Bewohner von Pflegeheimen, medizinisches und Pflegepersonal, Personen, die mit Risikopatienten im selben Haushalt leben oder diese betreuen, sowie Menschen, die bei ihrer Arbeit Publikumsverkehr oder häufig direkten Kontakt mit zum Beispiel Geflügel, Wildvögeln oder Schweinen haben. Für alle genannten Personen ist die Impfung in der Apotheke kostenlos, sofern eine gesetzliche Krankenversicherung besteht. Einige Kassen erstatten die Impfung auch für Erwachsene ohne Risikofaktoren. Personen, die nicht allein aufgrund ihres Alters als Risikopatienten eingestuft werden, sollten die Impfung in einer Arztpraxis durchführen lassen.

Wann die Impfung verschoben werden sollte

Nach einer Grippeimpfung kann es in einigen Fällen zu Beschwerden wie Schmerzen oder Rötungen an der Einstichstelle und zu Fieber oder Kopfschmerzen kommen. Gemeinhin klingen diese Nebenwirkungen spätestens nach einigen Tage ab. Schwere oder anhaltende Beschwerden treten nur sehr selten auf. In manchen Fällen sollten Impfwillige mit der Grippeimpfung warten: Haben sie zum Beispiel einen akuten Infekt bei einer Körpertemperatur von mindestens 38,5 Grad, sollten die Impfung erst nach vollständiger Genesung erfolgen.

Die Grippeimpfung in der Apotheke vor Ort ist ein wichtiger Baustein, um die von der Weltgesundheitsorganisation und der EU-Kommission angestrebte Impfquote von 75 Prozent in sämtlichen Risikogruppen und jedem Mitgliedstaat zu erreichen. In Deutschland betrug die Impfquote bei Menschen ab 60 Jahren in der Grippesaison 2024/2025 lediglich 34,5 Prozent – der niedrigste Stand seit 2008/2009.

Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.700 Apothekerinnen und Apotheker in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.