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Dünndarmfehlbesiedelung bei CED häufig

Original Titel:
Prevalence and predictors of small intestinal bacterial overgrowth in inflammatory bowel disease: a meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Problem: Bakterielle Überwucherung des Dünndarms (SIBO) bei CED
  • Prävalenz der SIBO bei entzündlichen Darmerkrankungen?
  • Metaanalyse aus China, 3 250 Probanden mit CED, 708 Kontrollen
  • 1/3 der Menschen mit CED haben positiven SIBO-Befund
  • Prädiktoren für SIBO: BMI, Blähungen, Flatulenz, Bauchoperationen, strikturierendes/penetrierendes Krankheitsgeschehen

 

DGP Eine aktuelle Metaanalyse konnte zeigen, dass fast ein Drittel der Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) an einer bakteriellen Überwucherung des Dünndarms (SIBO) leiden. Die Wahrscheinlichkeit für SIBO ist bei CED-Patienten um das 5,25-Fache höher als bei gesunden Kontrollpersonen. Die Autoren konnten zudem verschiedene Prädiktoren eruieren.


Es wurde in der wissenschaftlichen Literatur bereits darüber berichtet, dass bakterielle Überwucherung des Dünndarms (SIBO), auch bekannt als Dünndarmfehlbesiedelung, bei Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen (CED) sehr häufig vorkommt und die Prävalenz von SIBO sehr variabel ist.

Dünndarmfehlbesiedelung (SIBO): Wie häufig bei CED?

Eine aktuelle Studie wurde nun durchgeführt, um die Prävalenz von SIBO zu berechnen und Prädiktoren für SIBO bei CED zu identifizieren. Hierzu wurden die Datenbanken PubMed, Cochrane Library und EMBASE von Beginn bis März 2024 nach Studien durchsucht, welche die Prävalenz von SIBO bei CED untersuchten. Die Wissenschaftler berechneten die gepoolte Prävalenz von SIBO bei Menschen mit CED sowie die Odds Ratio (OR) von SIBO bei CED im Vergleich zu gesunden Kontrollen. Außerdem wurden Prädiktoren für SIBO bei CED-Patienten untersucht.

Prävalenz und Prädiktoren von SIBO bei entzündlichen Darmerkrankungen

Es wurden 29 Studien in die Analyse einbezogen (3 250 Probanden mit CED, 708 Kontrollen). Die gepoolte Prävalenz von SIBO bei CED betrug 31,0 % (95 % Konfidenzintervall, KI: 25,2 – 37,1). Die Prävalenz von SIBO war bei CED höher als bei gesunden Kontrollpersonen (Odds Ratio, OR: 5,25; 95 % KI: 2,96 – 9,32). Die gepoolte Prävalenz von SIBO war bei Morbus Crohn (32,2 %; 95 % KI: 25,9 – 38,8) höher als bei Colitis ulcerosa (27,8 %; 95 % KI: 18,5 – 38,1). Die Wahrscheinlichkeit für einen niedrigen BMI (Mittelwertdifferenz, MD: -1,04; 95 % KI: -1,86 – -0,23), Blähungen (OR: 3,02; 95 % KI: 1,22 – 7,5), Flatulenz (OR: 4,70; 95 % KI: 1,44 – 15,35), Bauchoperationen in der Vorgeschichte (OR: 2,05; 95 % KI: 1,35 – 3,11) und eines strikturierenden/penetrierenden Krankheitsgeschehen (OR: 3,51; 95 % KI: 1,67 – 7,40) war bei Menschen mit CED mit SIBO im Vergleich zu Menschen ohne SIBO signifikant erhöht. Eine Antibiotikabehandlung könnte laut der Autoren bei Menschen mit CED und SIBO wirksam sein.

SIBO bei CED: Fast ein Drittel betroffen

Fast ein Drittel der Menschen mit CED weisen demnach einen positiven SIBO-Befund auf. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit von SIBO bei CED im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen um das 5,25-fache erhöht. Ein niedrigerer BMI, Blähungen, Flatulenz, Bauchoperationen in der Vorgeschichte und ein strikturierendes/penetrierendes Krankheitsgeschehen waren Prädiktoren für SIBO bei CED-Patienten.

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