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Einfluss von Tabakprodukten auf das postoperative Rückfallrisiko bei Morbus Crohn

Original Titel:
The impact of E-Cigarettes and Heat-Not-Burn Tobacco on Postoperative Recurrence of Crohn's Disease: A Multicenter International Study

Kurz & fundiert

  • Einfluss von E-Zigaretten und Tabakerhitzer auf das postoperative Wiederauftreten von Morbus Crohn?
  • 937 Studienteilnehmer nach Ileokolonresektion aus 9 Zentren in Italien, Spanien und Frankreich
  • Vergleich von Nichtrauchern, Nutzern konventioneller Zigaretten, Tabakerhitzern und E-Zigaretten
  • Rezidivraten bei allen Rauchgruppen höher als bei Nichtrauchern
  • Multivariable Analyse zeigte ein signifikant erhöhtes Rückfallrisiko für Tabakerhitzer während der Zusammenhang für E-Zigaretten knapp nicht signifikant war

 

DGP Aktuelle Studiendaten zeigen, dass Tabakerhitzer und möglicherweise auch E-Zigaretten mit einem höheren Risiko für postoperative Rückfälle bei Morbus Crohn assoziiert sind. Nichtrauchen bleibt folglich die sicherste Option, um Rückfälle zu vermeiden.


Tabakrauch gilt als Risikofaktor für postoperative Rückfälle bei Morbus Crohn. Der Einfluss von E-Zigaretten und Tabakerhitzern ist bislang unklar. Das Ziel einer internationalen Studie war es, den Einfluss von E-Zigaretten und Tabakerhitzern auf das postoperative Wiederauftreten von Morbus Crohn zu evaluieren.

Rückfälle bei CED: Unterschiede zwischen Nichtrauchern, konventionellen Zigaretten, Tabakerhitzern und E-Zigaretten?

In die retrospektive multizentrische Studie wurden konsekutiv Studienteilnehmer mit Morbus Crohn eingeschlossen, welche sich einer Ileokolonresektion unterzogen hatten und innerhalb eines Jahres eine endoskopische Nachuntersuchung erhielten. Die Datenerhebung erfolgte an 9 Zentren in Italien, Spanien und Frankreich. Basierend auf dem Rauchverhalten zwischen Operation und Endoskopie wurden die Studienteilnehmer in 4 Gruppen eingeteilt:

  • Nichtraucher
  • Zigarettenraucher
  • Nutzer von Tabakerhitzern
  • E-Zigaretten-Nutzer

Retrospektive multizentrische Studie mit 937 Teilnehmern

Der Konsum von mehreren Nikotinprodukten war ein Ausschlusskriterium. Zur Beurteilung eines postoperativen Rückfalls bei Morbus Crohn wurde der Rutgeerts-Score verwendet. Der primäre Endpunkt war ein endoskopisches Rezidiv, definiert durch einen Rutgeerts-Score ≥ 2 ein Jahr nach der Operation. Sekundäre Analysen umfassten den modifizierten Rutgeerts-Score (≥ i2b), den mittleren Rutgeerts-Score, die transmurale Krankheitsaktivität, fäkales Calprotectin, die Zeit von der Diagnose bis zur Operation sowie uni- und multivariable Regressionsanalysen.

Alle Rauchergruppen mit höheren Rückfallraten als Nichtraucher

Insgesamt wurden 937 Studienteilnehmer eingeschlossen, darunter 691 (74 %) Nichtraucher, 176 (19 %) Zigarettenraucher, 37 (4 %) Nutzer von Tabakerhitzern und 33 (4 %) E-Zigaretten-Nutzer. Die Rezidivraten waren in allen Rauchgruppen signifikant höher als bei Nichtrauchern: 69,4 % bei konventionellen Rauchern, 63,9 % bei Nutzer von Tabakerhitzern und 60,6 % bei E-Zigaretten-Nutzern gegenüber 40,8 % bei Nichtrauchern (alle p < 0,05). Dieser Zusammenhang blieb auch bei Studienteilnehmern bestehen, welche eine pharmakologische Prophylaxe erhielten, sowie unter Verwendung des modifizierten Rutgeerts-Score (≥ i2b), des mittleren Rutgeerts-Scores und der fäkalen Calprotectinwerte. In der multivariablen Regressionsanalyse zeigte sich, dass die Nutzung von Tabakerhitzern signifikant mit einem erhöhten Risiko für ein endoskopisches Rezidiv assoziiert war (Odds Ratio, OR: 2,76). Ein Trend zu einem solchen Zusammenhang wurde auch bei E-Zigaretten-Nutzern festgestellt (OR: 2,02), jedoch ohne statistische Signifikanz (p = 0,067).

Tabakerhitzer erhöhen bei Morbus-Crohn-Erkrankten das Rückfallrisiko nach einer Operation

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Tabakerhitzer und möglicherweise auch E-Zigaretten bei Morbus-Crohn-Erkrankten nach einer Operation mit einem erhöhten Risiko für endoskopische Rückfälle im Vergleich zu Nichtrauchern verbunden sind. Diese Beobachtung legt nahe, dass auch alternative Nikotinprodukte das Wiederauftreten der Erkrankung nach chirurgischer Therapie negativ beeinflussen können, so das Resümee der Studienautoren.

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