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Fortgeschrittener, triple-negativer Brustkrebs: Längere Progressionsfreiheit mit Sacituzumab Govitecan

Original Titel:
Sacituzumab Govitecan in Untreated, Advanced Triple-Negative Breast Cancer

Kurz & fundiert

  • Sacituzumab Govitecan: Wirksam bei zuvor unbehandeltem, fortgeschrittenem, triple-negativem Brustkrebs?
  • Phase-3-Studie mit 558 Frauen mit unbehandeltem, fortgeschrittenem, triple-negativem Brustkrebs
  • Sacituzumab Govitecan oder Chemotherapie
  • Sacituzumab Govitecan mit längerem progressionsfreien Überleben assoziiert (Median: 9,7 Monate vs. 6,9 Monate)
  • Schwere unerwünschte Ereignisse (≥ Grad 3) in beiden Behandlungsgruppen ähnlich häufig

 

DGP – Sacituzumab Govitecan ist für die Behandlung von Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem, triple‑negativem Brustkrebs zugelassen, wenn sie bereits mindestens zwei systemische Therapien erhalten haben. Ein internationales Forscherteam zeigte, dass sich der Wirkstoff auch als Erstlinientherapie bei fortgeschrittenem triple-negativem Brustkrebs eignen könnte. Im Vergleich zu einer Chemotherapie verlängerte Sacituzumab Govitecan das progressionsfreie Überleben der Betroffenen.


Bei einem fortgeschrittenen triple-negativen Brustkrebs kommt in der Regel eine Chemotherapie zum Einsatz. Für eine effektivere Behandlung kann die Chemotherapie um einen PD-1- oder PD-L1-Inhibitor ergänzt werden. Allerdings kommen nicht alle Patientinnen für eine Therapie mit PD-1- oder PD-L1-Inhibitoren in Frage – sei es, weil der Tumor PD-L1-negativ ist oder weil andere Gründe wie Autoimmunerkrankungen oder Organtransplantationen dagegen sprechen. Diese Patientinnen könnten vom Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Sacituzumab Govitecan profitieren. Dieser Wirkstoff ist als Monotherapie zur Behandlung von Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem, triple‑negativem Brustkrebs zugelassen, die bereits mindestens zwei systemische Therapien erhalten hatten, darunter mindestens eine zur Behandlung der fortgeschrittenen Erkrankung. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung aus Deutschland untersuchte nun die Wirksamkeit bei zuvor unbehandeltem, fortgeschrittenem, triple-negativem Brustkrebs.

Sacituzumab Govitecan: Wirksam bei zuvor unbehandeltem, fortgeschrittenem, triple-negativem Brustkrebs?

An der randomisierten Phase-3-Studie nahmen 558 Frauen mit bisher unbehandeltem, fortgeschrittenem, triple-negativem Brustkrebs teil, die aus verschiedenen Gründen nicht für eine Behandlung mit PD-1- oder PD-L1-Inhibitoren in Frage kamen. Die Patientinnen wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Behandlungsgruppen eingeteilt: Sacituzumab Govitecan oder Chemotherapie (Paclitaxel, Nab-Paclitaxel oder Gemcitabin plus Carboplatin). Die Wissenschaftler verglichen das progressionsfreie Überleben, das Therapieansprechen und die Sicherheit zwischen den beiden Behandlungsgruppen.

Sacituzumab Govitecan vs. Chemotherapie bei fortgeschrittenem, triple-negativem Brustkrebs

Die Analyse der Daten zeigte, dass Patientinnen mit Sacituzumab Govitecan länger von einer Progression verschont blieben als Patientinnen unter Chemotherapie. Das mediane progressionsfreie Überleben lag mit Sacituzumab Govitecan bei 9,7 Monaten (95 % Konfidenzintervall, KI: 8,1 – 11,1) und mit Chemotherapie bei 6,9 Monaten (95 % KI: 5,6 – 8,2). Im Vergleich zur Chemotherapie ging Sacituzumab Govitecan mit einem geringeren Risiko für Krankheitsprogression oder Tod einher (Hazard Ratio, HR: 0,62; 95 % KI: 0,50 – 0,77; p < 0,001). Das objektive Therapieansprechen war bei beiden Behandlungen ähnlich: 48 % (95 % KI: 42 – 54) bei Patientinnen mit Sacituzumab Govitecan und 46 % (95 % KI: 40 – 52) bei Patientinnen mit Chemotherapie. Die Dauer des Ansprechens war bei Sacituzumab Govitecan mit 12,2 Monaten (95 % KI: 9,7 – 13,8) jedoch länger als bei der Chemotherapie mit 7,2 Monaten (95 % KI: 5,7 – 8,4).

Längeres progressionsfreies Überleben mit Sacituzumab Govitecan

Schwere unerwünschte Ereignisse (≥ Grad 3) traten bei 66 % der Patientinnen mit Sacituzumab Govitecan und bei 62 % der Patientinnen mit Chemotherapie auf. Bei Sacituzumab Govitecan handelte es sich dabei vorwiegend um Neutropenie (43 %), Diarrhoe (9 %) und Leukopenie (7 %). Die häufigsten schweren unerwünschten Ereignisse unter Chemotherapie waren Neutropenie (41 %), Anämie (16 %) und Leukopenie (13 %). Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen waren bei Sacituzumab Govitecan mit 4 % seltener als unter Chemotherapie mit 12 %.

Ähnlich häufig schwere unerwünschte Ereignisse

Patientinnen mit fortgeschrittenem, triple-negativem Brustkrebs, die nicht für eine Therapie mit PD-1- oder PD-L1-Inhibitoren in Frage kamen, konnten von Sacituzumab Govitecan profitieren. Im Vergleich zur Chemotherapie verlängerte Sacituzumab Govitecan das progressionsfreie Überleben der Betroffenen. Schwere unerwünschte Ereignisse traten bei beiden Therapien ähnlich häufig auf.

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