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CED: Ernährung und moderne Therapien – neue Erkenntnisse für den Alltag von Betroffenen

Informationskampagne zum Aktionstag „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen“ startet am 19. Mai 2026 – Motto: „CED: Entzündungshemmende / entzündungsfördernde Ernährung und aktuell erreichbare Therapieziele mit medikamentöser Therapie“.

Gießen – Welche Rolle spielt die Ernährung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und welche Therapieziele lassen sich heute mit modernen Medikamenten erreichen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Aktionstages „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen 2026“. Initiiert von der Gastro-Liga e. V. findet der Aktionstag anlässlich des „World Inflammatory Bowel Disease Day“ (Welt-CED-Tag) am 19. Mai statt. Zeitgleich ist er der Auftakt einer bundesweiten Informationskampagne bis Ende des Jahres mit einem vielseitigen Veranstaltungs- und Informationsangebot. Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, darunter die häufigsten Formen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, sowie Angehörige und Interessierte sind eingeladen, sich über aktuelle Entwicklungen in Therapie und Ernährung zu informieren.

In Deutschland sind weit mehr als 400.000 Menschen von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen betroffen. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehören zu den am häufigsten diagnostizierten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, die meist schubweise verlaufen und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können. Neben genetischen und immunologischen Faktoren rückt zunehmend auch der Einfluss von Lebensstil und Ernährung auf Ausbruch und Verlauf der Erkrankung in den Fokus der Forschung.

Ernährung als wichtiger Baustein der Therapie

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass bestimmte Ernährungsgewohnheiten Entzündungsprozesse im Darm beeinflussen können. Insbesondere stark verarbeitete Lebensmittel (Ultra-Processed Foods, UPF) stehen im Verdacht, entzündliche Mechanismen zu fördern, während andere Nahrungsbestandteile eine stabilisierende Wirkung auf die Darmgesundheit haben könnten. Ziel des Aktionstages und der Folgeveranstaltungen ist es daher, Betroffene über den aktuellen Wissensstand zu informieren und praktische Empfehlungen für den Alltag zu geben.

„Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen spielt die Ernährung nicht nur zur Vermeidung von Mangelernährung eine wichtige Rolle, sondern kann darüber hinaus Entzündungsprozesse modulieren und die Lebensqualität unserer Patienten verbessern“, erklärt Prof. Dr. Dr. Jürgen Stein, ärztlicher Leiter Gastroenterologie / Ernährungsmedizin am St. Elisabethen-Krankenhaus Frankfurt sowie ärztlicher Leiter des Crohn Colitis Centrums. „Gemeinsam mit einer zielgerichteten medikamentösen Therapie können ernährungsmedizinische Maßnahmen dazu beitragen, Therapieziele wie Entzündungskontrolle und Remission nachhaltiger zu erreichen.“

Moderne Medikamente eröffnen neue Therapieperspektiven

Neben dem Einfluss der Ernährung stehen beim Aktionstag 2026 auch aktuelle Entwicklungen der medikamentösen Therapie im Mittelpunkt. In den vergangenen Jahren hat sich das Spektrum an verfügbaren Wirkstoffen deutlich erweitert. Neben klassischen Therapien stehen heute Biologika und sogenannte Small Molecules zur Verfügung, die gezielt in den Entzündungsprozess eingreifen und eine individuellere Behandlung ermöglichen.

„Die Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend weiterentwickelt. Unser Anspruch ist heute nicht mehr nur die reine Symptomkontrolle, sondern eine dauerhaft stabile Krankheitskontrolle ohne den längerfristigen Einsatz von Kortison sowie – wenn möglich – eine längerfristig nachweisbare Abheilung der Schleimhaut“, betont Prof. Dr. Axel Dignaß, Chefarzt der Medizinischen Klinik I im Agaplesion Markus Krankenhaus. „Dank moderner Therapiestrategien können wir diese Ziele bei vielen Patienten in einem klar definierten Zeitrahmen erreichen und individuell prüfen, ob und wann eine Therapie verantwortungsvoll angepasst oder auch beendet werden kann.“

Aktionstag und Kampagne bieten Information, Aufklärung und Austausch

Der „Aktionstag Chronisch entzündliche Darmerkrankungen“ 2026 und die Informationskampagne möchten Betroffene, Angehörige und Behandelnde über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und aktuelle Behandlungsmöglichkeiten informieren. Ärztliche Mitglieder der Gastro-Liga bieten dazu bundesweit vom Aktionstag am 19. Mai 2026 bis Ende des Jahres in Präsenz und digital Informationsveranstaltungen, Arzt-Patienten-Seminare, Webinare, Telefonaktionen und weitere Aktionen an. Betroffene können sich bei den Veranstaltungen mit anderen Teilnehmern austauschen. Ein zentrales Live-Webinar mit Experten mit langjähriger Erfahrung in der Betreuung von CED-Patienten stellt am 13. Mai 2026 die neuesten Erkenntnisse zum Einfluss der Ernährung auf den Verlauf von CED vor und erläutert, welche Therapieziele mit modernen Medikamenten erreichbar sind und unter welchen Voraussetzungen Therapien angepasst oder beendet werden können.

Weitere Details zum Aktionstag und zur Informationskampagne sowie eine Übersicht aller Veranstaltungen und Aktionen sind online unter www.gastro-liga.de abrufbar.

Patienten-Ratgeber als PDF-Download

Die Gastro-Liga bietet Patienten-Ratgeber als PDF-Download unter anderem zu den Themen „Morbus Crohn“, „Colitis ulcerosa“ und „Transition bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen“ für Betroffene und ihre Angehörigen an. Download auf der Ratgeberseite unter www.gastro-liga.de

Gastro-Liga

Die Gastro-Liga – Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung e. V. – kämpft gegen Erkrankungen der Verdauungsorgane. Anerkannte Mediziner unterstützen die Arbeit der Gastro-Liga und informieren über Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Verdauungskrankheiten. Die meisten führenden Mediziner und Wissenschaftler in Deutschland, die auf dem Gebiet der Verdauungskrankheiten arbeiten, gehören dem Wissenschaftlichen Beirat der Liga an. Sie hat das Ziel, die Behandlung und Prävention von Erkrankungen des Verdauungstraktes, Störungen des Stoffwechsels und ernährungsbedingter Krankheiten zu verbessern. Auf der Website werden umfangreiche Informationen angeboten: www.gastro-liga.de