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Neue Ergebnisse aus IMPRESS: IMpfverhalten verstehen, PReparednESS steigern
Personen mit Empfehlung für eine Grippeimpfung haben ein geringeres Bewusstsein für ihre Zugehörigkeit zur Risikogruppe. Sie schätzen sowohl ihr Erkrankungsrisiko als auch die Schwere der Erkrankung als moderat ein, während sie ihre eigene Anfälligkeit unterschätzen. Gleichzeitig handelt es sich um eine heterogene Zielgruppe mit unterschiedlichen Einstellungen hinsichtlich Wichtigkeit, Sicherheit und Wirksamkeit der Grippeimpfung. Dabei zeigt sich, dass impfrelevante Grunderkrankungen allein nicht zwangsläufig mit einer erhöhten Impfbereitschaft einhergehen; eine höhere Impfbereitschaft besteht vor allem dann, wenn zusätzlich ein höheres Lebensalter vorliegt – das sind einige der neuen Ergebnisse des Forschungsprojekts IMPRESS (IMpfverhalten verstehen, PReparednESS steigern), die das RKI am 20.4.2026 online veröffentlicht hat.
In diesem Projekt untersuchen RKI-Forschende im Rahmen eines regelmäßigen Impfakzeptanz-Monitorings die Hintergründe von Impfentscheidungen. Die Datenerhebung erfolgt über das RKI-Panel „Gesundheit in Deutschland“, das wiederholt die deutschsprachige Bevölkerung in Privathaushalten befragt und so Entwicklungen im Zeitverlauf abbilden kann. Die Online-Befragung zum Impfen findet jährlich im Herbst statt und berücksichtigt drei Personengruppen: die Allgemeinbevölkerung, Personen mit Impfempfehlung für Grippe und Eltern von Kindern unter sieben Jahren.
Nach der Veröffentlichung der ersten Ergebnisse am 2. März zur Impfakzeptanz in der Allgemeinbevölkerung wurden jetzt Daten zu den Personen mit Impfempfehlung für Grippe veröffentlicht. Die Handlungsempfehlungen der Forschenden: „Interventionen zur Steigerung der Impfbereitschaft bei Personen mit Grippeimpfempfehlung sollten das Bewusstsein für das individuelle Erkrankungsrisiko stärken und zugleich die unterschiedlichen Bedürfnisse und Einstellungen innerhalb dieser heterogenen Zielgruppe berücksichtigen. Darauf aufbauend können Impfkampagnen entwickelt werden, die gezielt auf die jeweiligen Subgruppen zugeschnitten sind“.