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Tirzepatid bei Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion und Adipositas
Original Titel:
Tirzepatide for Heart Failure with Preserved Ejection Fraction and Obesity
- Effekt von Tirzepatid auf Herzinsuffizienz und Adipositas?
- Randomisierte, kontrollierte Studie mit 731 Personen
- Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) und BMI (body mass index) ≥ 30 kg/m2
- Kombinierter Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod und Verschlechterung der Herzinsuffizienz
- Gesenktes Risiko mit Tirzepatid
- Lebensqualität verbesserte sich, gemessen anhand des KCCQ‑CSS
- Nebenwirkungen überwiegend gastrointestinal, mit häufigerem Therapieabbruch in der Tirzepatid‑Gruppe
- Kardiovaskuläre Sterblichkeit unterschied sich nicht zwischen den Gruppen
DGP – Aktuelle Studiendaten zeigen, dass Tirzepatid bei Adipositas und Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) die Häufigkeit von Verschlechterungen der Herzinsuffizienz reduziert und die Lebensqualität verbessert.
Adipositas kann das Risiko für Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) erhöhen. Tirzepatid ist ein langwirksamer Agonist der glukoseabhängigen insulinotropen Polypeptid- und Glucagon-like Peptid-1-Rezeptoren. Die Behandlung mit Tirzepatid kann zum raschen Gewichtsverlust eingesetzt werden. US-amerikanische Wissenschaftler haben sich mit Auswirkungen auf kardiovaskuläre Endpunkte näher beschäftigt.
Wie wirksam ist Tirzepatid bei Adipositas und Herzinsuffizienz?
In dieser internationalen, doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Studie wurden 731 Menschen mit Herzinsuffizienz, einer Ejektionsfraktion von mindestens 50 % und einem Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 30 kg/m2 in einem Verhältnis von 1:1 randomisiert. Sie erhielten entweder Tirzepatid (bis zu 15 mg subkutan einmal pro Woche) oder Placebo über mindestens 52 Wochen. Die beiden primären Endpunkte waren ein kombiniertes Ereignis aus kardiovaskulärem Tod oder Verschlechterung der Herzinsuffizienz (Analyse des Zeitpunkts bis zum ersten Ereignis) und die Veränderung der Ergebnisse eines standardisierten Fragebogens zur Herzgesundheit (Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire Clinical Summary Scores, KCCQ-CSS) ab Studienbeginn bis Woche 52. Der KCCQ-CSS misst, wie stark eine Herzinsuffizienz den Alltag und die Symptome eines Patienten beeinträchtigt.
Randomisierte, placebokontrollierte Studie mit 731 Patienten
Insgesamt nahmen 731 Patienten an der Studie teil, von diesen wurden 364 Teilnehmer der Tirzepatid-Gruppe und 367 der Placebo-Gruppe zugeordnet. Die mediane Nachbeobachtungsdauer betrug 104 Wochen. Kardiovaskulärer Tod oder Verschlechterung der Herzinsuffizienz traten bei 36 Teilnehmern (9,9 %) in der Tirzepatid-Gruppe und bei 56 Teilnehmern (15,3 %) in der Placebo-Gruppe auf (Hazard Ratio, HR: 0,62; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,41 – 0,95; p = 0,026).
Weniger Verschlechterungen der Herzinsuffizienz und verbesserte Lebensqualität
Verschlechterungen der Herzinsuffizienz traten bei 29 Patienten (8,0 %) der Tirzepatid-Gruppe und 52 Teilnehmern (14,2 %) in der Placebo-Gruppe auf (Hazard Ratio, HR: 0,54; 95 % KI: 0,34 – 0,85). Ein kardiovaskulärer Tod ereignete sich bei 8 Teilnehmern (2,2 %) in der Tirzepatid-Gruppe und bei 5 Teilnehmern (1,4 %) in der Placebo-Gruppe (HR: 1,58; 95 % KI: 0,52 – 4,83). Nach 52 Wochen betrug die mittlere Veränderung des KCCQ-CSS 19,5 (± 1,2) in der Tirzepatid-Gruppe versus 12,7 (± 1,3) in der Placebo-Gruppe (Mittelewertdifferenz, MD: 6,9; 95 % KI: 3,3 – 10,6; p < 0,001). Nebenwirkungen, hauptsächlich gastrointestinal, führten bei 23 Teilnehmern (6,3 %) in der Tirzepatid-Gruppe und bei 5 Teilnehmern (1,4 %) in der Placebo-Gruppe zu einem Abbruch der Therapie.
Tirzepatid zeigt klinisch relevanten Nutzen bei HFpEF und Adipositas
Die Behandlung mit Tirzepatid führte zu einem geringeren Risiko für den kombinierten Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod oder Verschlechterung der Herzinsuffizienz im Vergleich zu Placebo. Zudem konnte der Gesundheitszustand von Menschen mit Adipositas und Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion verbessert werden.
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