Das GesundheitsPortal für innovative Arzneimittel, neue Therapien und neue Heilungschancen

Was Städte gegen Einsamkeit tun können

Begegnungsräume sind einer der wichtigsten Hebel gegen Einsamkeit in Städten; mit deutlichem Abstand folgen Wissensvermittlung, soziale und politische Teilhabe oder Steuerungsfragen. Das hat eine Delphi-Studie unter Leitung von Prof. Dr. Marlen Niederberger vom Institut für Gesundheitswissenschaften von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd ergeben. Auf der Basis der Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und kommunaler Praxis und von Einsamkeit Betroffenen fasst ein Policy Brief 25 wirksame Handlungsfelder für Städte zusammen.

Als konkrete Maßnahme wird die Förderung informeller Orte ohne Konsumzwang priorisiert: kostenfreie Sitzbereiche, Plaudertische ohne Bestellpflicht, aufgewertete Bibliotheken und öffentliche Plätze. „Städte müssen aber nicht alles auf einmal oder allein stemmen“, erläutert Niederberger. „Es braucht Austausch und Vernetzung. Informelle Begegnungsorte werden oft schon von Vereinen, Wohlfahrtsverbänden und anderen Akteuren vor Ort getragen. Hier können Städte sie unterstützen. Andere der 25 konsentierten Handlungsfelder funktionieren nur mit verlässlicher Finanzierung und Koordination von Land und Bund. Die Verantwortung zur Einsamkeitsprävention tragen Städte nicht allein, aber sie dürfen sie auch nicht ignorieren.“ Eine zentrale Herausforderung liegt daher auch in der Finanzierung über Legislaturperioden hinaus. Außerdem bleiben viele Handlungsfelder ohne hauptamtliche Koordination schwer umsetzbar. Ehrenamt allein trägt sie nicht dauerhaft.

Weitere Informationen: Forschungsmethoden in der Gesundheitsförderung und Prävention