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RKI und BfArM entwickeln digitales Tool für bestmögliche Antibiotika-Therapie
Welches Antibiotikum wirkt noch zuverlässig gegen welchen Erreger? Diese Frage stellt sich täglich in Arztpraxen und Kliniken. RKI und BfArM haben nun ein digitales Tool veröffentlicht, mit dem Ärztinnen und Ärzte aktuelle Informationen zu Antibiotikaresistenzen abrufen können. Es soll dabei helfen, die bestmögliche Therapie für Erkrankte zu finden und so Therapieversagen und der Ausbreitung von Resistenzen bei Erregern entgegenzuwirken. Grundlage sind die Daten der Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) des RKI, in deren Rahmen Antibiotikaresistenzen aus dem stationären und ambulanten Bereich in Deutschland erfasst werden.
Nach EU-Recht müssen Fachinformationen für Antibiotika zwar Angaben zur aktuellen Resistenzlage enthalten. In der Praxis sind diese Informationen nicht immer auf dem aktuellen Stand und nicht zentral abrufbar. Das neue Tool schließt diese Lücke mit jährlich aktualisierten Daten aus der Antibiotika-Resistenz-Surveillance.
Das Tool, das auf der RKI-Internetseite abrufbar ist, zeigt auf einen Blick, wie hoch der Resistenzanteil für relevante Erreger-Antibiotikum-Kombinationen in Deutschland derzeit ist. Ärztinnen und Ärzte können gezielt nach verschiedenen Antibiotika und Erregern filtern, die in ihrer Praxis am häufigsten vorkommen. Die Antibiotika werden nach den WHO-AWaRe-Kategorien Access, Watch und Reserve geordnet: Access-Antibiotika sollen breit verfügbar und bevorzugt eingesetzt werden, da sie wirksam und mit geringerem Resistenzrisiko verbunden sind. Watch-Antibiotika tragen ein höheres Risiko für die Entwicklung von Resistenzen und sollten nur bei spezifischen Indikationen verwendet werden. Reserve-Antibiotika sind letzte Optionen für die Behandlung multiresistenter Infektionen und sollen restriktiv eingesetzt werden. Das Tool unterstützt damit einen verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatz im Sinne des Antibiotic Stewardship.
Das Tool ist ein Teil des Projekts AntibioResDE von RKI und BfArM.