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ADHS-Diagnose per Bluttest: Land fördert innovativen Forschungsverbund zwischen MetaAIDiagnostic und Universitätsmedizin Greifswald
Dr. Blank: „Hier entsteht Medizintechnik von morgen.“
Rostock/Greifswald – Die MetaAIDiagnostic GmbH aus Rostock und die Universitätsmedizin Greifswald entwickeln gemeinsam einen blutbasierten Test für die ADHS-Diagnostik. Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert das Verbundvorhaben „Diagnostik und Charakterisierung von ADHS-Patienten“ mit insgesamt rund 1,35 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Davon entfallen rund 624.000 Euro auf MetaAIDiagnostic und rund 729.000 Euro auf die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Greifswald unter Leitung von Prof. Dr. Hans J. Grabe.
„Hier entsteht Medizintechnik von morgen: entwickelt in Rostock, klinisch fundiert in Greifswald. Genau dieses Zusammenspiel von innovativen Unternehmen und starker Universitätsmedizin wollen wir in Mecklenburg-Vorpommern voranbringen“, sagte Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern.
ADHS wird bislang vor allem über Fragebögen und klinische Gespräche diagnostiziert; objektive Messwerte fehlen. Auf einen Termin bei Fachärztinnen und Fachärzten warten Betroffene oft sechs Monate bis über ein Jahr. MetaAIDiagnostic analysiert mittels Massenspektrometrie Stoffwechselprodukte im Blut und wertet die Daten mit Verfahren der künstlichen Intelligenz aus. Ziel ist ein Test, der die Diagnose objektiver und schneller macht, Untergruppen von ADHS unterscheidet und die Therapieauswahl unterstützt.
Die Universitätsmedizin Greifswald übernimmt die Rekrutierung und klinische Diagnostik von rund 320 Patientinnen und Patienten. MetaAIDiagnostic verantwortet Laboranalytik, Datenplattform und die Entwicklung der KI-gestützten Klassifikationsmodelle. Die Partner bauen auf einer gemeinsamen Pilotstudie auf, in der eine Gruppe von Metaboliten ADHS-Betroffene von Kontrollpersonen unterscheiden konnte. Die klinische Studie in Greifswald startet am 1. November 2026; das Vorhaben läuft bis April 2029.
„Ein Bluttest kann und soll die klinische Diagnostik nicht ersetzen, aber entscheidend ergänzen. Uns interessiert unter anderem, ob sich ADHS damit verlässlich von anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Autismus abgrenzen lässt und ob es biologische Subtypen der Erkrankung gibt. Zugleich beobachten wir, ob und falls ja, wie sich die Marker unter der Therapie verändern. So könnte der Test künftig auch zeigen, ob eine Behandlung anschlägt.“, sagt Prof. Dr. Hans J. Grabe, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Greifswald.
„Die diesjährige Auszeichnung von MetaAIDiagnostic mit dem dritten Preis des Baltic Sea Region Health Innovation Award zeigt: Unsere Förderung erreicht die Richtigen. Das Land investiert gezielt in Innovation, denn daraus entstehen hochqualifizierte Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Land entstehen“, so Blank.
„In Greifswald haben wir einen klinischen Partner, der ADHS-Diagnostik auf höchstem Niveau betreibt. Gemeinsam bringen wir einen objektiven Bluttest in die Versorgung; entwickelt in Mecklenburg-Vorpommern, für Patientinnen und Patienten weit über das Land hinaus“, sagt Dr. Volkmar Weckesser, Gründer und Geschäftsführer der MetaAIDiagnostic GmbH.
Die 2022 gegründete MetaAIDiagnostic GmbH will in den kommenden fünf Jahren rund 25 Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen. An der Universitätsmedizin Greifswald entstehen im Projekt bis zu zehn Stellen für Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen sowie Study Nurses. Die Gesamtausgaben des Verbundvorhabens betragen rund 1,7 Millionen Euro. Die Bewilligung erfolgte durch die TBI Technologie-Beratungs-Institut GmbH.