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KI: Leitlinien qualitätsgesichert in die digitale Gesundheitsversorgung integrieren
Berlin, 20. Oktober 2026 · Der „World Evidence-Based Healthcare Day“ (EBHC) macht jährlich auf Aspekte evidenzbasierter Gesundheitsversorgung aufmerksam, dieses Mal auf das Thema „Evidence and AI: People at the Centre“. Anlässlich des EBHC betont die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) den großen Nutzen digitaler medizinischer Leitlinien im Rahmen von KI-Anwendungen und mahnt die Qualitätssicherung medizinischer KI-Inhalte an, um die angestrebte evidenzbasierte digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland zu erreichen.
„Für eine evidenzbasierte digitale Gesundheitsversorgung spielen Leitlinien eine zentrale Rolle“, sagt Prof. Vera von Dossow, Vorsitzende der Leitlinienkommission der AWMF. Eine digitale Transformation der Medizin erfordert die Integration von hochwertigem, vertrauenswürdigem Leitlinienwissen in alle digitalen Anwendungen“, fährt Prof. von Dossow fort. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die AWMF im Jahr 2024 unter der federführenden Leitung von Prof. Ina Kopp, stellvertretende Vorsitzende der AWMF-Leitlinienkommission, das Projekt Dissolve-E initiiert. Ziel ist es, das AWMF-Leitlinienregister in eine digitale, strukturierte Wissensbasis zu überführen, die zukünftig eine optimale Verfügbarkeit und Integration von Leitlinienwissen in digitale Anwendungen ermöglicht.
„Die Menschen wünschen sich konkrete Antworten auf gesundheitsbezogene Fragestellungen und nutzen dazu schon heute KI-Anwendungen“, stellt Prof. Ina Kopp, Leiterin des AWMF-Instituts für Medizinisches Wissensmanagement (IMWi) fest. „Für KI-Anwendungen gilt generell, dass sie nachvollziehbar und transparent sein müssen. Daraus ergibt sich, dass eine Qualitätssicherung der durch KI ausgegebenen Informationen sichergestellt wird“, erklärt Prof. Kopp. Je strukturierter die Information bereitgestellt wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass KI diese korrekt wiedergibt und nicht fälschlich interpretiert. Daher benötigen wir digitale, maschinenlesbare Leitlinieninhalte in einem interoperablen Format – dem FHIR-Standard. Die Bundesregierung ist hier aufgefordert, in Gesetzgebungsverfahren zur Digitalisierung der Medizin, regelmäßig auf die Angebote des digitalen AWMF-Leitlinienregisters Bezug zu nehmen.
Wissenschaftlich fundierte Leitlinien stellen wichtige Entscheidungshilfen in der medizinischen Versorgung dar. Sie zu erstellen, ist jedoch aufwändig und in der Praxis kommen sie oft nicht an. Für einen besseren Wissenstransfer in die digitale Versorgungsrealität mit KI-Nutzung von Leitlinieninhalten, braucht es eine verlässliche Qualitätssicherung, wie es sie regelhaft bei Arzneimitteln und Medizinprodukten gibt.
Weitere Informationen
— Positionen der AWMF zur Gesundheitspolitik zum 21. Deutschen Bundestag