Eine retrospektive Beobachtungsstudie analysierte Daten von 1 533 Patienten mit neuer Diagnose und Behandlung einer akuten myeloischen Leukämie (AML). Patienten in intensiver Chemotherapie (44,9 %) waren im Schnitt jünger und weniger stark vorerkrankt als nicht-intensiv behandelte Patienten (55,1 %). Eine weitere Patientengruppe, die im Schnitt ebenfalls älter war, erhielt keine dokumentierte Behandlung ihrer AML. Das Studienfazit sieht einen Mangel an adäquaten, gut verträglichen Behandlungsoptionen.
Eine Real-World-Studie mit 140 Menschen mit klassischem Hodgkin-Lymphom fand, dass die Standardtherapien bei älteren Patienten mit gutem Ergebnis eingesetzt werden können. Das chronologische Alter ist demnach kein ausreichender Grund für eine Therapieentscheidung. Der Gebrechlichkeits-Score kann demnach jedoch als prognostisches Werkzeug dienen.
Eine Nahrungsergänzung mit Probiotika kann in moderatem Ausmaße Chemotherapie-induzierte Komplikationen bei Leukämie-Patienten lindern, fand ein systematischer Review mit Metaanalyse über 8 randomisiert-kontrollierte Studien. Allerdings stehen bislang nur begrenzt Studien zur Verfügung. Große randomisiert-kontrollierte Studien sind daher nötig für klarere Aussagen.
Früh mit neuartigen Wirkstoffen einzugreifen kann den Krankheitsfortschritt beim schwelenden Multiplen Myelom bremsen und das klinische Ansprechen verbessern, fand ein systematischer Review mit Metaanalyse über 19 Studien. Dies trifft besonders auf Patienten mit hohem Risiko für einen Krankheitsfortschritt zu. In die Abwägung zur Therapieentscheidung sollte jedoch die Rate unerwünschter Ereignisse miteinbezogen werden, so das Fazit der Autoren.
Eine prospektive, randomisierte, offen durchgeführte Studie der Phase 3 verglich bei gebrechlichen Patienten mit Multiplem Myelom die Standardbehandlung mit Lenalidomid mit langfristigem Dexamethason versus Dexamethason nur für 2 Zyklen, aber mit Daratumumab. Die Vermeidung von Dexamethason reduzierte demnach das Risiko für Krankheitsfortschritt oder Tod im Vergleich zur Standardbehandlung, ohne dass zusätzliche Sicherheitsbedenken auftraten.
Eine akute myeloische Leukämie (AML) geht bei älteren Patienten mit einer hohen Sterblichkeitsrate mit nur begrenzten Behandlungsoptionen einher. Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 7 Studien fand nun, dass die Behandlung mit Venetoclax plus Decitabin für ältere Patienten mit AML wirksamer ist als Kontrollbehandlungen. Zudem erschien die Behandlung sicher.
Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 18 klinische Studien fand keine signifikanten Unterschiede in der Inzidenz von Pneumonie bei Patienten mit CLL in Behandlung mit unterschiedlichen BTKi. Das Risiko für eine Pneumonie sei demnach kein relevanter Faktor bei der Entscheidung für einen speziellen BTKi, so das Fazit.
Die Bruton-Tyrosinkinaseinhibitoren (BTKi) stellen eine neuere Wirkstoffklasse in der Behandlung der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) dar. Eine Netzwerk-Metaanalyse verglich nun deren Wirksamkeit und fand über 3 Studien, dass Zanubrutinib der wirksamste BTKi für Patienten mit refraktärem oder Rückfall-Hochrisiko-CLL war.
Eine klinische Studie der Phase 3 ermittelte, ob eine Kombination von Bortezomib und Dexamethason mit Venetoclax versus Placebo vorteilhaft für Patienten mit refraktärem Multiplem Myelom oder nach Rückfall ist. Demnach war die Behandlung mit Venetoclax mit besserem progressionsfreien Überleben, aber auch mit höherer Mortalität verbunden und somit insgesamt nur bei speziellen Patientengruppen sinnvoll, nach Einschätzung der Autoren.
Während einer Chemotherapie ist das Risiko für Zahnfleischentzündungen erhöht, insbesondere wenn keine unterstützenden Maßnahmen zur Mundgesundheit getroffen werden. Aktuelle Studiendaten konnten nun zeigen, dass eine ergänzende Photobiomodulationstherapie während einer Chemotherapie Zahnfleischentzündungen reduzieren und begleitende Schmerzen lindern kann.
Gebrechlichkeit schließt bei älteren Patienten mit chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) mittlerweile nicht mehr wie früher den Beginn einer Erstlinienbehandlung aus, zeigte eine Fall-Kontroll-Studie auf Basis von Daten aus Krankenversichungsdatenbanken. Neuere Therapieansätze ermöglichen demnach eine Behandlung der Leukämie auch für weniger belastbare Patienten.
Eine Behandlung der chronisch-myeloischen Leukämie (CML) mit Imatinib über 6 Monate hatte keinen generellen nachteiligen Einfluss auf das Schilddrüsenvolumen, fand eine longitudinale Fall-Kontrollstudie mit je 50 Patienten und Kontrollen. Allerdings war das Schilddrüsenvolumen bei männlichen Patienten signifikant nach 6 Monaten Behandlung reduziert. Demnach scheint eine regelmäßige Untersuchung der Schilddrüse bei CML-Patienten in Behandlung mit Imatinib sinnvoll zu sein.
Die Venetoclax-basierte Therapie über 6 und mehr Zyklen ist nach einer retrospektiven Analyse über 40 Patienten wirksam und sicher bei akuter myeloischer Leukämie (AML) anwendbar. Manche Patienten erreichten anhaltende Remission. Die Behandlung stellt demnach, so das Fazit, eine machbare Erhaltungstherapie bei AML dar.