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Morbus Crohn

Eine Therapie mit Stammzellen aus Nabelschnurblut verbessert das Krankheitsbild bei Morbus Crohn

Original Titel:
Umbilical Cord Mesenchymal Stem Cell Treatment for Crohn's Disease: A Randomized Controlled Clinical Trial.

Morbus Crohn wird meist medikamentös behandelt. Die Medikamente wirken jedoch nur gegen die Symptome der Krankheit und bekämpfen nicht deren Ursprung. Bestehende Zellschäden im Darm werden dabei nicht repariert. Die Stammzelltherapie stellt eine Alternative zur medikamentösen Behandlung dar. Stammzellen besitzen die Fähigkeit, sich zu verschiedenen Zelltypen, wie z. B. Darmzellen, zu entwickeln. So können sie die zerstörten Zellen im Darm ersetzen und Schäden im Darm beheben. Auch das Immunsystem kann mit Hilfe der Stammzelltherapie neu programmiert werden, so dass es weniger empfindlich auf körpereigene Strukturen reagiert. Es gibt verschiedene Typen von Stammzellen, die sich in ihrer Fähigkeit, zu bestimmten Zelltypen zu werden, unterscheiden. Sie können mehr oder weniger leicht aus dem Körper entnommen werden. Stammzellen, die aus dem Nabelschnurblut gewonnen werden, haben den Vorteil, dass sie sich zu jedem Zelltyp entwickeln können und dass die Gewinnung dieser Stammzellen nicht mit Komplikationen oder Schmerzen verbunden ist.

Ein chinesisches Forscherteam hat den Nutzen von Nabelschnurstammzellen für die Behandlung von Patienten mit Morbus Crohn untersucht. Hierzu haben sie 82 Morbus Crohn-Patienten, die seit mehr als 6 Monaten mit Steroiden therapiert wurden, in zwei gleich große Gruppen unterteilt. Nur eine der beiden Gruppen bekam einmal wöchentlich Nabelschnurstammzellen in die Vene injiziert (insgesamt viermal). Nach 12 Monaten wurde bei allen 82 Patienten die Aktivität und der Schweregrad der Krankheit durch verschiedene Parameter (CDAI, HBI) bestimmt. Der HBI (Harvey-Bradshaw-Index) und der CDAI (Crohn’s disease activity index) werden dazu verwendet, die Symptome eines Patienten mit Morbus Crohn zahlenmäßig zu bewerten, wobei die Bestimmung des CDAI aufwändiger ist und daher meist nur in klinischen Studien verwendet wird. 12 Monate nach der Behandlung sind die CDAI- und HBI-Werte der Patienten, die mit Nabelschnurstammzellen behandelt wurden, stärker gesunken als die der Kontrollgruppe. Das bedeutet, dass sich das Krankheitsbild durch die Stammzellbehandlung verbessert hat. Vier Patienten bekamen nach der Infusion der Stammzellen Fieber. Weitere unerwünschte Nebeneffekte wurden nicht beobachtet.

Stammzellen, die aus dem Nabelschnurblut gewonnen wurden, waren somit wirksam bei der Behandlung von Patienten mit Morbus Crohn.

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