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Morbus Crohn

Eine Infektion mit Clostridium difficile kann langfristige Folgen für Patienten mit chronischen Darmentzündungen haben

Original Titel:
Lasting Impact of Clostridium difficile Infection in Inflammatory Bowel Disease: A Propensity Score Matched Analysis

Patienten, die an einer chronischen Darmentzündung leiden, haben ein erhöhtes Risiko sich mit dem Bakterium Clostridium difficile zu infizieren. Dieses Bakterium kommt vor allem bei Krankenhauspatienten vor. Bei gesunden Menschen führt eine Infektion meist zu keinen Beschwerden, doch was ist, wenn der Darm der Patienten bereits geschädigt ist. Wirkt sich eine Clostridium difficile-Infektion auf den Schweregrad und den Krankheitsverlauf einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung aus?

Mit dieser Fragestellung befasste sich nun ein 13-köpfiges Forscherteam aus Pittsburgh (USA). Ihr Ziel war es, herauszufinden, ob eine Infektion mit Clostridium difficile den Krankheitsverlauf von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa langfristig beeinflusst. Hierzu wurden insgesamt 198 Patienten mit einer chronischen Darmentzündung (119 Patienten mit Morbus Crohn und 79 Patienten mit Colitis ulcerosa) untersucht. Bei 66 von ihnen konnte eine Clostridium difficile-Infektion nachgewiesen werden. Die anderen 132 Patienten wurden für die Teilnahme an der Studie so gewählt, dass sie in Bezug auf die Risikofaktoren für eine Clostridium difficile-Infektion mit den infizierten Patienten übereinstimmten. Der Vergleich beider Patientengruppen machte deutlich, dass die Patienten, die sich mit Clostridium difficile infiziert hatten, im gleichen Jahr mehr Steroide und Antibiotika einnahmen. Außerdem wiesen sie höhere Entzündungsparameter (C-reaktives Protein, Blutsenkungsgeschwindigkeit) auf und hatten einen schweren Krankheitsverlauf als die Patienten, die sich nicht mit Clostridium difficile infiziert hatten. Infolgedessen mussten sie häufiger einen Arzt aufsuchen, ins Krankenhaus oder Telefongespräche mit Ärzten oder Pflegern führen. Die Clostridium difficile-Infektion beeinflusste auch die Lebensqualität der Patienten. Diese war bei Patienten, die von einer Infektion betroffen waren, stärker beeinträchtigt als bei den anderen Patienten. Die Infektion mit Clostridium difficile hatte auch noch Auswirkungen auf das Folgejahr. Im Jahr nach der Infektion mussten die Patienten, die sich im Vorjahr mit Clostridium difficile infiziert hatten, noch immer vermehrt Antibiotika einnehmen. Dabei handelte es sich sowohl um Antibiotika, die gezielt gegen Clostridium difficile gerichtet waren, als auch um andere Antibiotika. Außerdem suchten diese Patienten auch weiterhin häufiger Kliniken auf und hatten häufiger Telefongespräche mit einem Arzt oder Pfleger.

Eine Infektion mit Clostridium difficile stand somit im Zusammenhang mit der Krankheitsaktivität und der Lebensqualität von Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Die Infektion wirkte sich, was die Antibiotika-Einnahme und die Notwendigkeit von ärztlicher Betreuung betrifft, auch noch auf das Folgejahr aus.

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