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Risiko für Brustkrebs bei Patientinnen mit Autoimmunerkrankung

Original Titel:
Autoimmune diseases and breast cancer risk by tumor hormone-receptor status among elderly women

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Wissenschaftler haben jetzt die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs bei Patientinnen mit Autoimmunerkrankung untersucht. Autoimmunerkrankungen kommen verstärkt bei Frauen vor. Als Gründe kommen das stärkere Immunsystem der Frauen, aber auch hormonelle Unterschiede und Unterschiede in der Zusammensetzung der Darmflora in Frage.

Viele Brustkrebs-Patientinnen leiden an einem Hormonrezeptor-positiven Tumor. Dabei tragen die Krebszellen Bindestellen für die Hormone Östrogen beziehungsweise Progesteron und können durch diese stimuliert werden. Durch eine Antihormontherapie kann diese Form des Brustkrebses unterstützend behandelt werden. Die Wissenschaftler untersuchten jetzt die Wahrscheinlichkeit für das gleichzeitige Auftreten von Brustkrebs und einer Autoimmunerkrankung.

Dafür werteten die Forscher die Registereinträge von 209929 Patientinnen mit Brustkrebs und 200000 gesunden Frauen aus. Alle Frauen waren mindestens 66 Jahre alt. Dabei konnten die Forscher sehen, dass eine Erkrankung an rheumatoider Arthritis die Wahrscheinlichkeit für eine Brustkrebsdiagnose um 16 % reduzierte. Ähnliches galt für Frauen mit systemischem Lupus erythematodes (18 % Reduktion) und perniziöser Anämie (10 % Reduktion). Das Risiko für einen Östrogenrezeptor-positiven Tumor war bei Patientinnen mit rheumatoider Arthritis um 20 % reduziert. Bei Frauen mit Psoriasis war das Risiko für eine Brustkrebserkrankung jedoch um 16 % erhöht.

Die Ergebnisse deuten an, dass Patientinnen mit Psoriasis ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs haben und sich regelmäßig vorsorglich untersuchen lassen sollten. Bei anderen, hier getesteten Autoimmunerkrankungen, konnte ein erniedrigtes Brustkrebsrisiko festgestellt werden.

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