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Diabetes

Von der Spritze zur Tablette – gute Erfolge bei Patienten mit Typ-2-Diabetes durch Semaglutid in Tablettenform

Original Titel:
Effect of Oral Semaglutide Compared With Placebo and Subcutaneous Semaglutide on Glycemic Control in Patients With Type 2 Diabetes: A Randomized Clinical Trial

GLP-1-Rezeptor-Agonisten sind blutzuckersenkende Wirkstoffe, die bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt werden. Ihre Verwendung ist mit mehreren Vorteilen verbunden: es werden wenig Unterzuckerungen von den Patienten nach Einnahme von GLP-1-Rezeptor-Agonisten berichtet, oftmals ist ihre Einnahme mit einem günstigen Effekt auf den Blutdruck und die Blutfette verbunden und zusätzlich führen sie bei den betroffenen Patienten häufig zu einer Gewichtsabnahme. Nachteilig wird von den betroffenen Patienten allerdings bewertet, dass die GLP-1-Rezeptor-Agonisten gespritzt werden müssen und nicht wie andere Wirkstoffe in Form einer Tablette eingenommen werden können.

Dies könnte sich nun allerdings ändern. Forscher aus Großbritannien, Österreich, Dänemark und den USA untersuchten die Wirkung des GLP-1-Rezeptor-Agonisten Semaglutid in Tablettenform. Dabei interessierte die Forscher die Wirkung des oral (= durch den Mund aufgenommenen, also in Tablettenform) verabreichten Semaglutids auf den Blutzuckerspiegel bei Patienten mit Typ-2-Diabetes.

Es wurden 632 Patienten in die Studie eingeschlossen, bei denen der Blutzuckerspiegel nicht in einem zufriedenstellenden Bereich lag. Es gab 3 Behandlungsgruppen. Gruppe 1 erhielt das oral verabreichte Semaglutid in unterschiedlichen Dosierungen von 2,5 mg bis 40 mg pro Tag. Die 2. Gruppe bekam ein Placebo (Medikament ohne Wirkung) verabreicht und Patienten in der 3. Gruppe bekamen den Wirkstoff Semaglutid der üblichen Anwendung entsprechend gespritzt (1-mal wöchentlich in einer Dosierung von 1,0 mg).

Der Langzeitblutzuckerwert (bekannt als HbA1c-Wert) in der Gruppe 1 konnte dosisabhängig um 0,7 % bis 1,9 % gesenkt werden. Bei Patienten der Gruppe 2, denen das Placebo verabreicht wurde, wurde der Langzeitblutzuckerwert nach den 26 Wochen nur um 0,3 % gesenkt. Die Verabreichung von Semaglutid mit der Spritze (Gruppe 3) senkte den Langzeitblutzuckerwert der Patienten wiederum um 1,9 %. In den beiden Gruppen mit Verabreichung des Wirkstoffs Semaglutid konnte eine größere Reduktion des Körpergewichts beobachtet werden als in der Placebogruppe (in der Gruppe mit dem oralen Semaglutid dosisabhängig 2,1 kg bis 6,9 kg, in der Gruppe mit Semaglutid als Spritze 6,4 kg und in der Placebogruppe 1,2 kg). Unerwünschte Nebeneffekte der Behandlung traten je nach Dosierung des oralen Semaglutids bei 63 % bis 86 % der Patienten auf, bei 68 % der Patienten in der Placebogruppe und bei 81 % der Patienten, die Semaglutid spritzen. Am häufigsten traten Nebenwirkungen auf, die den Magen-Darm-Trakt auftraten. Ihre Ausprägung war mild bis moderat.

Patienten mit Typ-2-Diabetes, die Semaglutid in Tablettenform zu sich nahmen, erreichten eine günstigere Blutzuckereinstellung als Patienten in der Placebogruppe. Zusätzlich wirkte sich das orale Semaglutid günstig auf das Körpergewicht der Betroffenen auf. Weitere Studien zur Untersuchung der Effektivität von oralem Semaglutid erscheinen demnach gerechtfertigt.

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