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PCO-Syndrom

PCO-Syndrom: Erhöhtes Diabetes-Risiko

Original Titel:
Development and risk factors of type 2 diabetes in a natiowide population of women with polycystic ovary syndrome

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom) ist eine der häufigsten Stoffwechselstörungen bei geschlechtsreifen Frauen. Beim PCO-Syndrom kommt es zur Bildung von Zysten in den Eierstöcken, Zyklusstörungen und einem erhöhten Spiegel männlicher Geschlechtshormone. Es tritt bei 5–10 % der Frauen im geschlechtsreifen Alter auf und ist ein häufiger Grund für Unfruchtbarkeit. Viele Frauen mit Polyzystischem Ovarialsyndrom leiden auch an Diabetes Typ II beziehungsweise einer Vorstufe. Bei Diabetes ist die Wirksamkeit des Hormons Insulin eingeschränkt. Dadurch ist die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Zellen unterbunden und der Blutzuckerspiegel steigt. Der Zusammenhang zwischen Diabetes und PCO-Syndrom konnte noch nicht vollständig geklärt werden. Es deutet sich jedoch an, dass eine Wechselwirkung zwischen Insulin und den männlichen Geschlechtshormonen besteht. Eine erhöhte Konzentration männlicher Geschlechtshormone erhöht die Konzentration des Blutzuckerspiegels. Dadurch wird die Produktion von Insulin angeregt. Ein erhöhter Insulinspiegel regt wiederum die Produktion männlicher Geschlechtshormone in den Eierstöcken an.

Eine dänische Studie hat nun untersucht, inwieweit eine Erkrankung an PCOS das Risiko steigert, an Diabetes zu erkranken. Dazu wurden die Daten von 18477 PCOS-Patientinnen und 54680 Kontrollpersonen ausgewertet. Bei PCOS-Patientinnen war das Risiko an Diabetes zu erkranken fast 4-mal höher als bei Personen aus der Kontrollgruppe. Für diese Auswertung wurde berechnet, wie viele Patientinnen für wie viele Jahre Teil der Studie waren und wie häufig dabei eine Diabeteserkrankung auftrat. Bei PCOS-Patientinnen traten 8 Erkrankungen innerhalb von 100 Patientenjahren auf. In der Kontrollgruppe traten nur 2 Erkrankungen im gleichen Zeitraum auf. Dabei betrug das mittlere Alter bei Diabetes-Diagnose bei PCOS-Patientinnen 31 Jahre und in der Kontrollgruppe 35 Jahre.

Die Studie gibt Hinweise darauf, dass die Wahrscheinlichkeit an Diabetes zu erkranken bei einer PCOS-Vorerkrankung drastisch erhöht ist. Um weitere Komplikationen im Zusammenhang mit dem polyzystischen Ovarialsyndrom zu vermeiden, könnte es daher von Bedeutung sein, Lebensstil und Ernährung anzupassen.

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