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Die präventive Einnahme des Cholesterinsenkers Pravastatin vermindert kurz- und langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Original Titel:
LDL-Cholesterol Lowering for the Primary Prevention of Cardiovascular Disease Among Men with Primary Elevations of LDL-Cholesterol Levels of 190 mg/dL or Above: Analyses from the WOSCOPS 5-year Randomised Trial and 20-year Observational Follow-Up.

Ein erhöhter Cholesterinspiegel im Blut steigert das Risiko, an einer koronaren Herzkrankheit (KHK) zu erkranken. Genauer handelt es sich bei dem Übeltäter um das LDL (low density lipoprotein)-Cholesterin. LDL-Cholesterin ist die Verbindung von Cholesterin mit dem Transportprotein LDL. LDL sorgt dafür, dass das Cholesterin von der Leber aus zum Gewebe transportiert wird, wo es bei erhöhtem Vorkommen zu Ablagerungen (Plaques) in der Gefäßwand kommen kann. Menschen mit erhöhten LDL-Cholesterinwerten haben demnach ein erhöhtes Risiko für eine Plaquebildung (das typische Krankheitsbild von Arteriosklerose und KHK), was mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle einhergeht. Um einer Erkrankung vorzubeugen, ist es demnach wichtig, den LDL-Cholesterinspiegel zu senken. Dies sollte vorzugsweise durch eine Ernährungsumstellung und körperliche Bewegung geschehen. Wenn dies nicht ausreicht, werden häufig cholesterinsenkende Statine als Präventionsmaßnahme eingesetzt.

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Prof. Ray untersuchte den Nutzen dieser Präventionsmaßnahme bei Männern mit einem LDL-Cholesterinwert von ≥ 190 mg/dl. Hierzu wurden Daten von 5529 Männern zwischen 45 und 64 Jahren ausgewertet, die bisher nicht an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung litten. Die Studienteilnehmer wurden nach ihrem LDL-Cholesterinwert in zwei Gruppen aufgeteilt. 2969 der Männer besaßen einen LDL-Cholesterinwert von weniger als 190 mg/dl (hier bezeichnet als Mittel-LDL). Bei den restlichen 2560 Männern lag der LDL-Cholesterinwert bei 190 mg/dl oder höher (hier bezeichnet als Hoch-LDL). Etwa die Hälfte jeder Gruppe bekam 40 mg Pravastatin pro Tag, während die andere Hälfte ein Placebo einnahm. Nach etwa 5 Jahren reduzierte sich der LDL-Cholesterinspiegel bei allen Männern, die Pravastatin einnahmen, um etwa 20 % (unabhängig von der jeweiligen Gruppe). Während der 5 Jahre konnte bei beiden Gruppen ein um 27 % geringeres Risiko für eine KHK beobachtet werden. Das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden oder an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu versterben, war um 25 % reduziert, was ebenfalls unabhängig vom Ausgangs-LDL-Cholesterinwert war. Die Anzahl der Todesfälle durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung und die Gesamtmortalität wurde nach 20 Jahren erfasst. Diese wurden ebenfalls von der Statin-Einnahme beeinflusst. Hier war der Einfluss von Statin bei der Hoch-LDL-Gruppe höher als bei der Mittel-LDL-Gruppe. Die Todesfälle, die durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedingt waren, reduzierten sich bei der Hoch-LDL-Gruppe um 25 %, und die Gesamtmortalität ging um 18 % zurück. Bei der Mittel-LDL-Gruppe waren die Herz-Kreislauf-bedingten Sterbefälle nur um 9 % und die Gesamtmortalität um 7 % gesunken.

Die Senkung des LDL-Cholesterinwertes konnte somit kurz- und langfristige Erfolge bei der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erzielen. Das zeigte sich vor allem bei Männern, die zu Beginn der Studie einen Cholesterinwert von 190 mg/dl oder mehr aufwiesen.

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