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Endometriose

Weintrauben bei Endometriose – Kann Resveratrol Endometriose-Schmerzen beeinflussen?

Original Titel:
The Use of Resveratrol as an Adjuvant Treatment of Pain in Endometriosis: A Randomized Clinical Trial

Resveratrol gilt als wahres Wundermittel. Der Stoff findet sich in Pflanzen wie Himbeeren, Pflaumen, Erdnüssen, im japanische Staudenknöterich und in Weintrauben – und daher auch vor allem in rotem Traubensaft und Wein. Er soll die Pflanzen vor Parasiten und Pilzen schützen. Immer wieder zeigen Studien auch Effekte für die menschliche Gesundheit. Resveratrol soll als Anti-Aging-Mittel wirken und gegen Krebs, Herzkrankheiten, Autoimmunerkrankungen, hohe Blutzuckerwerte und Alzheimer helfen. Daher gibt es den Stoff mittlerweile auch als Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen. Immer wieder treten Hinweise auf, dass Resveratrol auch bei Endometriose positiv wirken könnte. Wissenschaftler aus Brasilien und den USA haben jetzt die Wirkung des Stoffs bei Endometriose untersucht.

Endometriose betrifft etwa 10 % aller Frauen im geschlechtsreifen Alter. Bei der chronischen Erkrankung wandert Gewebe der Gebärmutterschleimhaut auch in andere Körperregionen und siedelt sich da an. Im Laufe der Erkrankung kann es zu Schmerzen, Blutungen, Verwachsungen und Verklebungen und Unfruchtbarkeit kommen. Diese Herde sind über Hormone beeinflussbar. Durch die Einnahme von Hormonpräparaten wie der Antibabypille kann das Wachstum der Herde unterdrückt werden.

Die Wissenschaftler untersuchten jetzt die Wirkung von Resveratrol bei 22 Frauen zwischen 20 bis 50 Jahren, die an Endometriose litten. Alle Frauen nahmen eine monophasische Antibabypillen ein, also eine Pille, bei der die Konzentration der enthaltenden Hormone nicht über den Monat verteilt schwankt. Die Frauen wurden dann in 2 Gruppen eingeteilt und erhielten entweder 40 mg Resveratrol am Tag oder ein Placebo für 42 Tage. Die Patientinnen bewerteten den Schmerz auf einer Visuellen Analog-Skala (VAS), bei der der Schmerz auf einer Skala von 0 cm (kein Schmerz) bis 10 cm (maximaler Schmerz) eingetragen werden kann. Vor der Behandlung schätzten die Frauen, die später ein Placebo erhielten, den Schmerz bei 5,4 ein und die Frauen, die später Resveratrol erhielten, bewerteten den Schmerz mit 5,7. Nach der 42-tägigen Behandlung bewerteten die Frauen, die ein Placebo erhalten hatten, den Schmerz mit 3,9 und die Frauen, die Resveratrol erhalten hatten, legten den Schmerz bei 3,2 fest. Der Effekt der Behandlung war in der statistischen Auswertung allerdings nicht unterschiedlich.

Die Studie deutet daher darauf hin, dass Resveratrol keinen positiven Effekt auf die Schmerzen bei Endometriose hat. Effekte auf eventuelle andere Symptome wurden allerdings nicht untersucht. Negative Auswirkungen konnten nicht festgestellt werden. Weitere, groß angelegte Studien sind notwendig, um die ganze Bandbreite von Resveratrol bei Endometriose weiter zu untersuchen.

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