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Strahlentherapie nach Operation bei Lungenkrebs?

Original Titel:
Postoperative radiotherapy for non-small cell lung cancer

Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs wird, wenn möglich, üblicherweise operativ entfernt. Um eventuell im Körper verbliebene Krebszellen zu vernichten, werden die betroffenen Patienten nach der Operation entweder mit Chemotherapie oder mit Bestrahlung weiterbehandelt. Bei der Strahlenbehandlung wird der Tumor starken Energien ausgesetzt, wodurch das Tumorgewebe zielgenau geschädigt und die bösartigen Krebszellen vernichtet werden. Bisher war nicht ganz klar, welche Rolle genau die Strahlenbehandlung nach operativer Tumorentfernung spielt. Britische Forscher haben nun untersucht, welchen Einfluss solch eine post-operative Bestrahlung auf den Krankheitsrückfall und das Überleben der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs hat. Darüber hinaus haben sie untersucht, ob es bestimmte Patientengruppen gibt, die aufgrund ihrer Tumorbeschaffenheit mehr oder weniger von dieser Behandlungsweise profitieren.

Dazu wurden Patientendaten von klinischen Studien zwischen 1965 und 1995 ausgewertet. Insgesamt waren es 9 Studien, in denen 2343 Patienten operiert und anschließend entweder mit oder ohne Strahlentherapie behandelt wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass die post-operative Strahlenbehandlung das Sterberisiko der Patienten nach einer mittleren Beobachtungszeit von knapp 4 Jahren insgesamt sogar um 21 % erhöht hatte. Nach 2 Jahren Beobachtungszeit war das Überleben um 7 % von 55 auf 48 % reduziert. Die Untersuchung einzelner Patientengruppen ergab, dass die post-operative Bestrahlung insbesondere bei Lungenkrebs im frühen Stadium ohne Befall der umliegenden Lymphknoten mit einen nachteiligen Effekt auf das Überleben der Patienten einherging. Bei fortgeschrittenem Lungenkrebs mit Lymphknotenbefall waren keine nachteiligen Wirkungen nachweisbar. Die Forscher schlussfolgern aus dieser Studie, dass noch immer nicht klar ist, ob die post-operative Strahlenbehandlung bei fortgeschrittenem Lungenkrebs mit einem Überlebensvorteil für die Patienten verbunden ist. Für Patienten mit Lungenkrebs im frühen Stadium sollte sie jedoch nicht routiniert angewendet werden.

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