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Operative Entfernung von erneut auftretendem Lungenkrebs?

Original Titel:
Recurrence and Survival After Segmentectomy in Patients With Prior Lung Resection for Early-Stage Non-Small Cell Lung Cancer

Die operative Entfernung des vom Tumor befallenen Teils der Lunge ist häufig Teil der Behandlung bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im frühen Stadium. Dabei wird der gesamte befallene Lungenlappen herausgeschnitten. Mediziner sprechen dabei von Lobektomie. Dennoch kann es zu erneutem Auftreten von Tumoren in der Lunge kommen. Die Behandlung von Patienten in dieser Situation ist bisher nicht eindeutig geklärt. Eine weitere mögliche Behandlung wäre eine sogenannte Teilresektion, also die operative Entfernung des neuen Tumors, wobei nur möglichst wenig gesundes Lungengewebe mit herausgeschnitten wird. In einer Studie wurde nun Häufigkeit und Verteilung von wiederauftretenden Lungentumoren nach Teilresektion bei Patienten mit und ohne vorheriger operativer Entfernung des Lungenlappens, untersucht. Dazu wurden bereits bestehende Daten von 90 Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im frühen Stadium ausgewertet, die zwischen April 2004 und Dezember 2014 operativ behandelt worden waren. Mit speziellen Berechnungsverfahren wurde das Überleben der Patienten erfasst und auch nach Faktoren gesucht, die auf ein Wiederauftreten von Tumoren in der Lunge hindeuten könnten.

Von den 90 operierten Lungenkrebspatienten hatten 21 (23 %) vormals eine operative Tumorentfernung erhalten. Für die anderen 70 Patienten (77 %) war es die erste Operation. Insgesamt kam es bei 18 Patienten (20 %) zum Wiederauftreten von Tumoren in der Lunge. In der der vormals operierten Patientengruppe waren davon 43 % (9 von 21 Patienten) und in der noch nicht operativ behandelten Gruppe waren 13 % (9 von 70 Patienten) davon betroffen. Das krankheitsfreie Überleben, also die Zeit zwischen der Operation und dem Wiederauftreten der Tumore, lag bei 61 % in der vormals operierten und bei 84 % in der erstmals operierten Patientengruppe. Die 90-Tage-Sterblichkeit lag bei 0 %, d. h. alle Patienten lebten unabhängig von der Vorbehandlung länger als 3 Monate nach der operativen Tumorentfernung. Die 5-Jahres-Überlebensrate lag bei 55 % in der vormals operierten und bei 65 % in der erstmal operierten Patientengruppe. Als vielversprechender Faktor zum Vorhersagen eines möglichen Krankheitsrückfalls, also von wiederauftretenden Lungentumoren, wurde die Anzahl der befallenen Lymphknoten in Betracht gezogen.

Die Forscher schlussfolgern aus den Untersuchungsergebnissen, dass die erneute Teilresektion eine vernünftige Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im frühen Stadium darstellt, wenn sie vom Krankheitsrückfall betroffen sind und vormals bereits eine operative Tumorentfernung hatten. Sie verringert zwar möglicherweise das krankheitsfreie Überleben, führt aber zu ähnlichen Überlebenschancen im Vergleich zu Patienten, die vormals noch keine operative Tumorentfernung hatten.

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