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Migräne

Botox könnte auch gegen die langanhaltende Aura der hemiplegischen Migräne helfen

Original Titel:
The Effect of OnabotulinumtoxinA on Aura Frequency and Severity in Patients With Hemiplegic Migraine: Case Series of 11 Patients

Zusammenfassend fanden die Forscher, dass für 9 von 11 Patienten mit hemiplegischer Migräne die Behandlung mit Botox eine spürbare Besserung brachte. Die Betroffenen berichteten von geringerer Häufigkeit der Kopfschmerzen, die nach der Behandlung auch weniger schwer waren. Aber auch die Aura, die bei der hemiplegischen Migräne besonders belastet, war deutlich seltener und weniger schwer. Weitere Studien sollten nun gezielt Botox-Behandlungen für die hemiplegische Migräne untersuchen, um auch diesen Patienten eine weitere vielversprechende Therapie zu ermöglichen.


Die Behandlung mit dem Onabotulinumtoxin A, besser bekannt als Botox, konnte schon öfter als wirksame Prophylaxe bei chronischer Migräne gezeigt werden. Für diese Patienten wird die Botox-Spritze inzwischen sogar in den Migräne-Leitlinien beschrieben. Allerdings ist bisher vor allem geklärt, dass Botox gegen die Migräne-Kopfschmerzen wirkt. Welche Effekte es aber auf die Migräne-Aura hat, ist noch nicht gut untersucht. Gerade bei der hemiplegischen Migräne ist aber typischerweise die Aura das schwerwiegendste Problem. Diese Aura dauert häufig sehr lange (nach der internationalen Kopfschmerzklassifikation: bis zu 24 Stunden) und ist massiv belastend und einschränkend. Dabei kommt es vor allem zu einer Muskelschwäche, die beispielsweise zu Stolpern und Stürzen führen kann. Auch weitere Aurasymptome wie Sinnesveränderungen (z. B. Kribbeln oder Taubheitsgefühl, flackernde Lichter oder Sehverlust), Sprachstörungen oder Schwindel treten auf. Forscher rund um Neurologin Dr. Robertson im US-amerikanischen Rochester untersuchten nun, ob Botox die Häufigkeit der Aura und ihren Schweregrad speziell bei Patienten mit der hemiplegischen Migräne beeinflussen könnte.

Kann Botox auch gegen die Aura bei hemiplegischer Migräne helfen?

Dazu wurden rückblickend Behandlungen zwischen 1994 und Ende 2017 in der Mayo Clinic in Rochester in den USA überprüft und analysiert. Die Forscher identifizierten in diesem Zeitraum die Patienten mit einer diagnostizierten hemiplegischen Migräne, die mindestens eine Botox-Injektion erhalten hatten. 34 solche Patienten konnten gefunden werden, von denen allerdings bei 23 Patienten nur ungenügende Berichte zu Aura-Symptomen und anschließenden Arztbesuchen vorlagen. Die Berichte der übrigen 11 Patienten zeigten, dass 4 an familiärer hemiplegischer Migräne litten (also mindestens ein naher Verwandter ebenfalls unter dieser Migräneart zu leiden hatte) und 7 an sporadischer hemiplegischer Migräne ohne weitere Erkrankungen in der Familie. Von diesen Patienten wurde nun die Häufigkeit und Symptome von Kopfschmerzen und Aura vor und nach der Botox-Behandlung analysiert. Die Patienten wurden in einem Zeitraum von 12 Wochen behandelt.

Rückblickende Analyse der Botox-Wirksamkeit bei Patienten mit hemiplegischer Migräne

Tatsächlich zeigte sich, dass Botox half. 9 der 11 Patienten bemerkten eine Abnahme der Häufigkeit, des Schweregrads und/oder der Dauer der Aurasymptome nach der Botox-Injektion. Von den zwei Patienten, denen die Behandlung nicht half, litt einer unter familiärer, einer unter sporadischer hemiplegischer Migräne. Hierbei lag also kein klares Muster vor, wem die Therapie nützen könnte und wem nicht. Die Wirkung des Botox schien allerdings mit der Zeit nachzulassen. Von den 9 Patienten, denen es helfen konnte, beschrieben 6 Betroffene, dass die Wirkung nach etwa 9 bis 10 Wochen abnahm, aber nach der nächsten Behandlung wieder zu wirken schien.

Bei dem Großteil der behandelten Patienten besserten sich die Aurasymptome

Zusammenfassend fanden die Forscher also, dass für 9 von 11 Patienten mit hemiplegischer Migräne die Behandlung mit Botox eine spürbare Besserung brachte. Die Betroffenen berichteten von geringerer Häufigkeit der Kopfschmerzen, die nach der Behandlung auch weniger schwer waren. Aber auch die Aura, die bei der hemiplegischen Migräne besonders belastet, war deutlich seltener und weniger schwer. Weitere Studien sollten nun gezielt Botox-Behandlungen für die hemiplegische Migräne untersuchen, um auch diesen Patienten eine weitere vielversprechende Therapie zu ermöglichen.

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