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Die Infliximab-Konzentration im Blut von Patienten mit Colitis ulcerosa steht mit der Heilung der Darmschleimhaut im Zusammenhang

Original Titel:
Infliximab trough concentrations during maintenance therapy are associated with endoscopic and histologic healing in ulcerative colitis

Infliximab hat die Behandlungsmöglichkeiten von Colitis ulcerosa stark bereichert und konnte in der Vergangenheit bereits viele Erfolge erzielen. Forscher fanden nun heraus, dass die Wirkstoffkonzentration im Blut der Patienten mit der Heilung der Darmschleimhaut im Zusammenhang stand, welche ein wichtiges Therapieziel bei Colitis ulcerosa darstellt.


Colitis ulcerosa ist eine chronische Darmerkrankung, die zum heutigen Zeitpunkt nicht geheilt werden kann. Daher richtet sich die Therapie gegen die Krankheitssymptome. Neuere Studien konnten zeigen, dass die Heilung der angegriffenen Darmschleimhaut von Patienten mit Colitis ulcerosa mit einem besseren Krankheitsverlauf einhergeht. Wenn die Darmschleimhaut durch ein bildgebendes Verfahren (Endoskopie) als geheilt festgestellt wurde, hatten die Patienten zukünftig seltener Krankheitsschübe, Krankenhausaufenthalte und operative Dickdarmentfernungen. Aus diesem Grund stellt die Heilung der Darmschleimhaut ein neues weiteres Therapieziel dar.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Infliximab-Konzentration im Blut und der Heilung der Darmschleimhaut?

Wissenschaftler aus Boston und Philadelphia (USA) untersuchten gemeinsam, wie gut sich Infliximab dazu eignete, dieses Therapieziel zu erreichen. Sie untersuchten den Zusammenhang zwischen der Infliximab-Konzentration im Blut und der Heilung der Darmschleimhaut. Hierzu untersuchten die Wissenschaftler 56 Patienten, die an einer mittelschweren bis schweren Colitis ulcerosa litten und mit Infliximab behandelt wurden. Die Darmschleimhaut der Patienten wurde zum einen mit Hilfe einer kleinen Kamera, die über den After in den Darm eingeführt wurde (Endoskopie), und zum anderen mit der feingeweblichen Untersuchung einer Gewebeprobe des Darms (Histologie) betrachtet und beurteilt. Zusätzlich wurde die Infliximab-Konzentration im Blut der Patienten bestimmt.

Eine höhere Infliximab-Konzentration im Blut der Patienten ging mit einer Heilung der Darmschleimhaut einher

Die Analyse der Daten ergab, dass die Patienten, deren Darmschleimhäute laut Endoskopie und histologischen Befunden geheilt waren, höhere Infliximab-Konzentrationen im Blut aufwiesen als Patienten, deren Darmschleimhäute nicht als geheilt galten. Patienten, deren Darmschleimhäute mit Hilfe der Endoskopie als geheilt angesehen wurden, wiesen eine Infliximab-Konzentration von 11,3 µg/ml auf, während die Patienten, deren Darmschleimhaut nicht geheilt war, eine Infliximab-Konzentration von 6,3 µg/ml hatten. Bei der Beurteilung mit Hilfe von histologischen Untersuchungen sah es ähnlich aus. Hier wiesen die Patienten, deren Darmschleimhäute als geheilt beurteilt wurden, eine Infliximab-Konzentration von 11,1 µg/ml und die übrigen Patienten eine Infliximab-Konzentration von 6,7 µg/ml auf. Durch weitere Analyse konnte die Infliximab-Konzentration ermittelt werden, die mit einer Heilung der Darmschleimhaut einhergingen. Diese lag bei der Beurteilung mit der Endoskopie bei mindestens 7,5 µg/ml und bei der Beurteilung durch die Histologie bei mindestens 10,5 µg/ml. Patienten, die eine Infliximab-Konzentration von mindestens 7,5 µg/ml aufwiesen, hatten eine etwa 4-mal so hohe Chance auf eine endoskopische Heilung der Darmschleimhaut. Wenn die Patienten eine Infliximab-Konzentration von mindestens 10,5 µg/ml hatten, war die Chance auf eine histologische Heilung der Darmschleimhaut ebenfalls 4-mal so hoch.

Die Infliximab-Konzentration im Blut der Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa stand somit im Zusammenhang mit der Heilung ihrer Darmschleimhaut. Somit ist es für die Behandlung der Darmschleimhaut wichtig, eine gewisse Infliximab-Konzentration im Blut zu erreichen und aufrechtzuerhalten.

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