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Morbus Crohn

Acetarsol-Zäpfchen als mögliche neue Therapieoption für die Behandlung von Enddarmentzündungen bei Morbus Crohn- und Colitis ulcerosa-Patienten

Original Titel:
Acetarsol Suppositories: Effective Treatment for Refractory Proctitis in a Cohort of Patients with Inflammatory Bowel Disease

Acetarsol-Zäpfchen könnten Patienten mit hartnäckiger Enddarmentzündung helfen. Laut einer kleinen Studie sprachen nämlich die meisten Patienten auf diese Behandlung an. Sowohl die Symptome als auch der Zustand der Darmschleimhaut konnte bei vielen Betroffenen verbessert werden. Weitere Forschung im größeren Maßstab ist jedoch noch nötig, um diese Ergebnisse zu bestätigen.


Mit den konventionellen Methoden gestaltet sich die Behandlung von hartnäckigen Enddarmentzündungen bei Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa oft schwierig. Acetarsol, eine chemische Verbindung mit antimikrobieller Wirkung, könnte diesen Patienten womöglich helfen. Obwohl der Wirkstoff bereits vor mehr als 50 Jahren bekannt ist, ist die Datenlage zu dessen Wirkung sehr überschaubar und lückenhaft. Auch der Wirkmechanismus ist noch unklar.

Patienten mit hartnäckiger Enddarmentzündung wurden mit Acetarsol-Zäpfchen behandelt

Ein Forscherteam aus England untersucht nun, ob sich Acetarsol bei Patienten mit einer chronischen Darmentzündung dazu eignet, eine hartnäckige Enddarmentzündung zu behandeln. Hierzu analysierten sie die Daten von 38 Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, die zwischen 2008 und 2014 im Addenbrooke’s Hospital in Cambridge (England) mit Acetarsol behandelt wurden. 29 von ihnen litten an Colitis ulcerosa und 9 Personen waren an Morbus Crohn erkrankt. Alle Patienten wiesen eine starke Entzündung des letzten Abschnitts des Enddarms und des Afters auf. Bei den meisten Patienten sind zuvor viele Therapieversuche mit klassischen und neuartigen Wirkstoffen, wie Tumornekrosefaktor (TNF)-Hemmern, fehlgeschlagen. Die Patienten bekamen 4 Wochen lang zweimal täglich ein Zäpfchen mit 250 mg Acetarsol.

Die meisten Patienten sprachen auf die Behandlung an

Die Wissenschaftler stellten fest, dass 26 der 38 Patienten (68 %) auf die Behandlung ansprachen, was bedeutet, dass die Krankheitssymptome reduziert werden konnten. Von 11 Patienten standen Daten von Darmspiegelungen vor und nach der Behandlung zur Verfügung. Bei 9 von ihnen (82 %) hat sich die Darmschleimhaut nach der Behandlung verbessert. Bei 5 Patienten (45 %) war die Darmschleimhaut nach der Behandlung sogar komplett unauffällig. Insgesamt konnten nur wenige Nebenwirkungen beobachtet werden. Ein Patient entwickelte eine Woche nach Anwendung von Acetarsol einen Hautausschlag. Acetarsol wurde daraufhin sofort abgesetzt, was dazu führte, dass der Ausschlag innerhalb von 4 Wochen wieder verschwand.

Zwei von drei Patienten mit einer hartnäckigen Enddarmentzündung konnten somit von der Acetarsol-Therapie profitieren. Dies äußerte sich unter anderem dadurch, dass die Darmschleimhaut einiger Patienten Verbesserungen zeigte. Acetarsol könnte Patienten, bei denen bereits viele Therapieversuche, wie z. B. eine Behandlung mit klassischen Wirkstoffen oder TNF-Hemmern, fehlgeschlagen sind, helfen. Diese Studie bietet jedoch zunächst nur eine Perspektive. Weitere, größer angelegte Studien sind nötig, um die positive Wirkung von Acetarsol bei der Behandlung von Patienten mit Enddarmentzündungen zu bestätigen und den Wirkstoff für die Behandlung empfehlen und zulassen zu können.

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